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Tour de France: Deutscher am Boden: "Vielleicht die letzte Tour-Sprintetappe in meinem Leben"

Deutscher rechnet mit Tour-Aus

Die deutschen Sprinter müssen sich auf eine Tour ohne Etappensieg einstellen. Phil Bauhaus rechnet mit Konsequenzen.
Die 12. Etappe der Tour de France stand noch einmal ganz im Zeichen der Sprinter. Den von einem heftigen Sturz überschatteten Zielsprint gewann einmal mehr der Belgier Tim Merlier.
Die deutschen Sprinter müssen sich auf eine Tour ohne Etappensieg einstellen. Phil Bauhaus rechnet mit Konsequenzen.

Phil Bauhaus wähnte sich am Ende seiner Tour-de-France-Karriere. Geknickt und frustriert, aber mit erstaunlicher Selbstkritik reflektierte der deutsche Sprinter seine enttäuschenden Leistungen bei der 113. Frankreich-Rundfahrt – und rechnete mit Folgen.

„Vielleicht war das die letzte Tour-Sprintetappe in meinem Leben“, sagte Bauhaus nach Platz 110 auf der 12. Etappe am Donnerstag nach Chalon-sur-Saone: „Aus vier Sprints war ich einmal in den Top Ten, die anderen Male weit weg davon. Das sind keine Ergebnisse, bei denen man sagen kann: An mir kommt man nächstes Jahr nicht vorbei.“

Zum vierten Mal nimmt der 32-Jährige vom Team Bahrain Victorious an der Großen Schleife teil. Einst galt er als potenzieller Erbe großer deutscher Sprinter wie Marcel Kittel oder Andre Greipel. Bei seinem Tour-Debüt im Jahr 2023 kam er dreimal unter die Top 3, auch in den beiden Folgejahren war er zumindest je einmal dicht dran. 2026 ist ein sechster Platz sein bestes Ergebnis. Ein Tour-Etappensieg gelang ihm nie.

Bauhaus am Boden zerstört

Überhaupt, das mit den Siegen klappt bei Bauhaus ganz generell nicht mehr. Letztmals durfte er bei der Slowenien-Rundfahrt im Juni 2024 jubeln. „Ich gebe mein Bestes“, sagte Bauhaus: „Aber Radsport ist Ergebnissport. An den Resultaten kann man ziemlich leicht ablesen, wie gut oder schlecht man ist. Wenn ich bei vier Sprints nur einmal in die Top Ten fahre, dann ist das zu wenig.“

Ob Bauhaus bei dieser Tour noch eine Sprintchance erhält, ist fraglich. Der Kampf um das Gelbe Trikot rückt nun wieder in den Fokus. Beim Finale in Paris geht es gleich drei Mal über den Montmartre. Auf der hügeligen 17. Etappe nach Voiron dürfte das Feld schwer zu kontrollieren sein. Weitere Optionen gibt es nicht.

Das weiß auch Pascal Ackermann, der wie Bauhaus weiter auf seinen ersten Tour-Etappensieg wartet. Am Donnerstag entging er nur knapp dem Massensturz, in den Kampf um den Etappensieg griff er nicht mehr ein. Wie Bauhaus läuft dem 32-jährigen Ackermann, der in seinen besten Jahren nie zur Tour durfte, die Zeit davon. Für ganz vorne reicht es für den dreimaligen Giro-Etappensieger vom Team Jayco AlUla auf Tour-Niveau nicht.

Ebenfalls ohne Sieg ist Max Kanter. Der Debütant sprintete aber am konkurrenzfähigsten gegen die Top-Stars. Ganz aufgegeben hat der Cottbuser den Traum vom Tour-Etappensieg in diesem Jahr noch nicht. „Wir müssen mal schauen, was auf der 17. oder der letzten Etappe in Paris passiert. Vielleicht finden sich da einige Teams zusammen, die sprinten wollen“, sagte Kanter.