Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich offenbar persönlich dafür eingesetzt, dass die Tour de France 2029 in Deutschland startet. Nach Informationen des Tagesspiegel soll Merz einen Unterstützungsbrief an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron geschrieben haben, um die Berliner Bewerbung zu stärken. Die Bundesregierung wollte dies zwar nicht offiziell bestätigen, verwies aber auf die Vertraulichkeit der Korrespondenz zwischen Staats- und Regierungschefs.
Bundeskanzler setzt sich für deutschen Tour-de-France-Start ein
Merz wirbt für deutschen Tour-Start
Fest steht hingegen: Die politische Unterstützung für das Projekt ist groß. Wie eine Regierungssprecherin bestätigte, hat Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein ihre französische Amtskollegin Marina Ferrari um Rückendeckung für die deutsche Bewerbung gebeten. Ferrari hat das Schreiben demnach wohlwollend aufgenommen und an den Tour-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) weitergeleitet.
Berlin soll den Plänen der Initiative Grand Départ Deutschland (GDA) zufolge den Auftakt der Frankreich-Rundfahrt mit einem kurzen Einzelzeitfahren rund um das Brandenburger Tor ausrichten. Auch von Christian Prudhomme gibt es positive Signale. Der Tour-Direktor bezeichnete die Bewerbung als „großartig“ und erklärte, ihr „sehr aufgeschlossen“ gegenüberzustehen. Die Bewerbungsunterlagen sollen Ende Juli in Berlin an die Organisatoren übergeben werden. Eine Entscheidung über den Grand Départ 2029 steht noch aus.
Tour de France startete zuletzt 2017 in Deutschland
Die Frankreich-Rundfahrt ist in ihrer langen Geschichte viermal in Deutschland gestartet, zuletzt 2017 in Düsseldorf. Zuvor waren Köln (1965), Frankfurt/Main (1980) und West-Berlin (1987) Gastgeber des Grand Départ.
Als Konkurrenten für den 2029er-Auftakt gelten Slowenien, Heimat von Radsport-Dominator Tadej Pogacar, und die tschechische Hauptstadt Prag. Die deutsche Bewerbung hat aber offenbar die besten Chancen.