Schon am Donnerstag ist die Bühne für den doppelten Auftritt der Tour de France am Alpe d’Huez längst aufgebaut: Der Berg war von Menschen überflutet, jeder freie Meter am Straßenrand belegt. Wohnmobile und Autos standen Stoßstange an Stoßstange, dazwischen Zelte – teils erschreckend nah an den Abgründen. Wer keinen Schatten fand, trotzte der brütenden Sonne und wartet auf den großen Moment.
Der Mythos verzaubert die Tour de France
Der Mythos verzaubert die Tour
Auf der 13,8 Kilometer langen Rampe bildete sich eine nahezu ununterbrochene Schlange von Hobbyfahrern, die sich Kurve um Kurve nach oben schraubten. Es ging über die 21 nummerierten Kehren, im Hintergrund die schroffen Gipfel des Massivs der Grandes Rousses.
Einer der Fans brachte die Stimmung auf den Punkt: „Die Stimmung ist fantastisch, es gibt eine unglaubliche gegenseitige Hilfe unter allen Radfahrern.“ Dass die Tour den Kultanstieg an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ansteuert, heizt die Atmosphäre zusätzlich an. In diesem Jahr endet das Rennen gleich zweimal am Alpe d’Huez – als Etappen 19 und 20 –, für die Fahrer wird der Anstieg mit im Schnitt 8,1 Prozent Steigung damit zum wiederholten Prüfstein in den Alpen.
Tour de France: Zwei Bergankünfte am Mythos
Die zweite Ankunft in Alpe d’Huez ist in ein echtes Hochgebirgsprogramm eingebettet: Zuvor stehen Croix de Fer, Télégraphe, Galibier und Col de Sarenne auf dem Programm, bevor es hinauf zur Skistation geht. Unter den Fans am Berg herrscht dennoch weniger Nervosität als Feststimmung – es ist eine Prozession aus Rädern, Fahnen und Klappstühlen.
Während oben schon gefeiert wird, wartet der Mythos noch auf das, was ihn ausmacht: das Rennen.