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Der unerreichte Rekordmann - Das wurde aus Tour-Legende Indurain

Das wurde aus Tour-Legende Indurain

Miguel Indurain schrieb Radsport-Geschichte wie kein anderer Fahrer vor ihm. Fünfmal in Folge gewann der Spanier die Tour de France und dominierte die 1990er-Jahre. Gestern feierte die Radsport-Legende ihren 62. Geburtstag. Doch wie lebt "Big Mig" heute?
Miguel Indurain gewann 1995 zum fünften Mal in Folge die Tour de France
Miguel Indurain gewann 1995 zum fünften Mal in Folge die Tour de France
© IMAGO/Photo News
Miguel Indurain schrieb Radsport-Geschichte wie kein anderer Fahrer vor ihm. Fünfmal in Folge gewann der Spanier die Tour de France und dominierte die 1990er-Jahre. Gestern feierte die Radsport-Legende ihren 62. Geburtstag. Doch wie lebt "Big Mig" heute?

Als Miguel Indurain Anfang der 1990er-Jahre die große Bühne betrat, begann eine der dominantesten Epochen der Tour-de-France-Geschichte.

Von 1991 bis 1995 gewann der Spanier fünfmal hintereinander die Frankreich-Rundfahrt. Ein Kunststück, das ihm bis heute einen besonderen Platz in der Sportgeschichte sichert. Zwar erreichten auch Jacques Anquetil, Eddy Merckx und Bernard Hinault die Marke von fünf Tour-Siegen, doch Indurain bleibt der einzige Fahrer, der seine fünf Erfolge ohne Unterbrechung feierte.

Hinzu kamen zwei Gesamtsiege beim Giro d’Italia, Olympiagold im Einzelzeitfahren 1996 sowie der Weltmeistertitel im Zeitfahren 1995. Für viele Experten zählt der Spanier deshalb bis heute zu den größten Rundfahrern aller Zeiten. Gestern feierte er seinen 62. Geburtstag.

„Big Mig“ war ein körperliches Phänomen

Seine Dominanz hatte auch mit außergewöhnlichen körperlichen Voraussetzungen zu tun.

Indurain war für einen Rundfahrer ungewöhnlich groß und kräftig. Mit 1,86 Metern Körpergröße und rund 76 Kilogramm Renngewicht erhielt er den Spitznamen „Big Mig“. Seine Stärken lagen vor allem im Zeitfahren, wo er regelmäßig Minuten auf seine Rivalen herausfuhr.

Während andere Fahrer mit spektakulären Attacken Schlagzeilen machten, wirkte Indurain oft fast emotionslos. Genau diese Ruhe machte ihn jedoch so erfolgreich.

Das überraschende Karriereende

1996 endete die große Tour-Ära. Nach Olympiagold in Atlanta und einer langen, kräftezehrenden Karriere verkündete Indurain Anfang 1997 im Alter von nur 32 Jahren seinen Rücktritt vom Profisport. Viele Fans waren überrascht, denn der Spanier gehörte weiterhin zur Weltspitze.

Doch anders als viele Sportstars wollte Indurain nicht um jeden Preis weitermachen. Er zog sich weitgehend aus dem täglichen Profi-Zirkus zurück und konzentrierte sich stärker auf sein Privatleben.

So lebt Miguel Indurain heute

Heute lebt der Spanier weiterhin in seiner Heimatregion Navarra rund um Pamplona. Dem Radsport hat er allerdings nie vollständig den Rücken gekehrt. Regelmäßig tritt er bei Radsportveranstaltungen auf, arbeitet mit Sponsoren zusammen und nimmt an Benefiz- sowie Jedermann-Events teil.

Auch auf dem Fahrrad sitzt er weiterhin häufig. Erst 2025 erklärte er in einem Interview, dass der Radsport nach wie vor eine wichtige Rolle in seinem Leben spiele und er noch regelmäßig mit Rennrad oder Mountainbike unterwegs sei. Anders als während seiner aktiven Karriere entscheidet er heute allerdings selbst, wann und wie intensiv er trainiert.

Eine Legende in seiner Heimat

In Navarra genießt Indurain bis heute Kultstatus. Statuen, Radrennen und sogar eine Stiftung tragen seinen Namen. Die Fundación Miguel Indurain unterstützt weiterhin Sportler aus der Region. Zudem ziehen Veranstaltungen wie „La Indurain“ Jahr für Jahr Tausende Hobby-Radsportler an.

Der stille Champion ist dort weit mehr als nur ein ehemaliger Radprofi. Für viele Spanier ist er bis heute ein nationales Symbol des Sports. Zudem ist er auch Mitglied des spanischen Olympischen Komitees.

Skandale blieben ihm erspart

Bemerkenswert ist auch, dass Indurain trotz einer Karriere in einer dopingbelasteten Ära vergleichsweise wenig in größere Skandale verwickelt wurde.

Während zahlreiche Stars der 1990er-Jahre noch Jahrzehnte später mit Affären oder Enthüllungen konfrontiert wurden, blieb das Image des Spaniers intakt – auch weil er im Gegensatz zu anderen Dominatoren nie zu gierig wurde und sich damit auch weniger Feinde machte. Indurain wollte nie jede Etappe gewinnen und „schenkte“ häufig der Konkurrenz Tagessiege.

Der Rekord lebt weiter

Auch knapp drei Jahrzehnte nach seinem Rücktritt gehört Miguel Indurain weiterhin zum exklusivsten Kreis der Tour-Geschichte. Seine fünf Toursiege in Serie bleiben einzigartig. Heutige Stars wie Tadej Pogacar oder Jonas Vingegaard werden regelmäßig mit dem Spanier verglichen – allein das zeigt, welchen Stellenwert seine Leistungen noch heute haben.

Mit 62 Jahren führt „Big Mig“ inzwischen ein deutlich ruhigeres Leben als zu seiner Zeit im Gelben Trikot. Doch wenn die Tour de France jeden Sommer wieder durch Frankreich rollt, fällt sein Name noch immer regelmäßig.