Tadej Pogacar holt sich bei der Tour de France den „fünften Stern“. Die internationalen Medien feiern den Slowenen, der „das Außergewöhnliche zur Normalität macht“ (L’Équipe). Angesichts der Dominanz schleichen sich aber auch Ermüdung und Zweifel in die Berichterstattung über den „Radsport-Kaiser“ (Marca) ein.
Presse verneigt sich vor Tour-Dominator Pogacar - doch es bleiben Vorbehalte
Presse zwiegespalten wegen Pogacar
Eine Auswahl der internationalen Pressestimmen zusammengefasst:
ENGLAND
The Times: „Tadej Pogacar sorgt für ein episches Finale in Paris und unterstreicht seinen Status als Größter aller Zeiten.“
The Guardian: „Pogacar war bei dieser Tour de France konkurrenzlos; er stellte Rekorde an zwei der gefürchtetsten Anstiege des Radsports auf – dem Col du Tourmalet und Alpe d’Huez – und führte seinen Schützling Isaac del Toro auf den dritten Platz der Gesamtwertung. (…) Doch sein unerbittlicher Erfolg ist mit Vorbehalten verbunden. Es wäre naiv, einen fünfmaligen Tour-Gewinner zu feiern, ohne den Kontext zu verstehen. Es besteht kein Zweifel, dass Pogacar ein Phänomen ist, aber seine Entourage trägt Gepäck aus weniger glücklichen Zeiten.“
The Telegraph: „Tadej Pogacar reiht sich in die Riege der Radsport-Legenden ein und lässt die ältesten Fragen des Sports wieder aufleben. Die unerbittliche Dominanz des fünfmaligen Tour-de-France-Siegers hat ihren Preis, und es ist eine traurige Realität, dass manche skeptisch bleiben werden.“
FRANKREICH
L’Équipe: „Eine Legende. (…) Angesichts einer solchen Hegemonie nehmen die Emotionen im Laufe der Jahre zwangsläufig stark ab, und es bleibt nur eine unerbittliche, kalte Herrschaft, die von einer gewissen Müdigkeit durchdrungen ist. Das ist aber kein Grund sie zu verharmlosen, auch wenn der Slowene genau das die ganze Saison über tut: das Außergewöhnliche zur Normalität machen.“
Le Parisien: „‚Da ist er nun im Pantheon des Radsports‘: Tadej Pogacar, ein fünfter Stern, der ihn in die Galaxie der Giganten der Tour de France erhebt.“
Le Figaro: „Unschlagbar, unerbittlich, unnachgiebig: Tadej Pogacar schreibt mit seinem fünften Sieg Tour-de-France-Geschichte.“
ITALIEN
Gazzetta dello Sport: „Die Tour de France ist vorbei. Tadej Pogacar war außergewöhnlich, er dominierte und gewann verdient. Für den Abschluss seiner Radsportkarriere fehlt ihm nur noch Paris-Roubaix.“
Tuttosport: „Tadej Pogacar verteidigt seinen Titel und feiert seinen historischen fünften Triumph bei der Tour de France. Mit gerade einmal 27 Jahren ist das Gelbe Trikot bereits zur lebenden Radsportlegende geworden und reiht sich in die Riege von Giganten wie Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain ein.“
Corriere dello Sport: „Pogacar wird zur Legende: Fünfter Tour-de-France-Triumph. Der 27-jährige slowenische Radprofi krönte damit drei Wochen absoluter Dominanz auf den transalpinen Straßen und sicherte sich das unangefochtene Gelbe Trikot.“
NIEDERLANDE
De Telegraaf: „Der meisterhafte Tadej Pogacar schien nach der Niederlage im Mannschaftszeitfahren und einem Virusausbruch im Team bei der Tour verwundbar, dominierte aber von Barcelona bis Paris.“
SCHWEIZ
Tagesanzeiger: „Unersättlich, unbesiegbar, Pogacar. Der 27-Jährige zieht dank seinem 5. Gesamtsieg mit Eddy Merckx gleich. Tadej Pogacar pulverisiert Rekorde, wird bewundert – und hört doch immer mehr Buhrufe.“
Neue Zürcher Zeitung: „Tadej Pogacar wird Rekordsieger der Tour de France – er hat sich vom Sonnyboy zum Leader entwickelt.“
Aargauer Zeitung: „Siege ist man sich von Pogacar längst gewohnt, doch so spielerisch, so dominant, so überlegen war auch er bei der Frankreich-Rundfahrt noch nie.“
SLOWENIEN
Svet24: „Pogacar verblüfft die Welt erneut: Er beendet die historische Tour auf verrückte Weise.“
Dnevnik: „Radfahren ist Poggis Welt, wir anderen leben nur darin. Über dem Eingang zu seiner Welt könnten wir Dantes Worte anbringen: Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr hier eintretet.“
SPANIEN
Marca: „Tadej Pogacar, der Kaiser des ‚Klubs der Fünf‘, der immer noch wie ein Kind lächelt. Der Slowene gewinnt in Paris seine fünfte Tour de France, tritt in den Club von Anquetil, Merckx, Hinault und Indurain ein und bestätigt mit gerade einmal 27 Jahren, dass seine Dominanz bereits Teil der Radsportgeschichte ist.“
AS: „Pogacar reicht es nicht, einfach nur zu gewinnen – er liebt es, groß aufzutrumpfen, in einem ständigen Wettstreit mit der Geschichte. An diesem Sonntag schrieb er mit seinem fünften Sieg bei der Tour de France erneut ein Kapitel der Ruhmesgeschichte und reiht sich damit voll und ganz in den Kreis der legendären Champions ein.“