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Vingegaard geschlagen! Lipowitz mit starker Leistung

Starker Lipowitz macht Boden gut

Der Titelverteidiger Tadej Pogacar rast allen davon. Aber auch Florian Lipowitz zeigt ein starkes Rennen und rückt in der Gesamtwertung vor.
Tadej Pogacar gewinnt mit einer beeindruckenden Vorstellung die 10. Etappe der Tour de France. Auf den letzten Kilometern düpiert der Dominator einmal mehr die Konkurrenz.
Der Titelverteidiger Tadej Pogacar rast allen davon. Aber auch Florian Lipowitz zeigt ein starkes Rennen und rückt in der Gesamtwertung vor.

Die deutsche Tour-Hoffnung Florian Lipowitz konnte zwar auch Tadej Pogacar nicht folgen, zeigte aber eine starke Leistung und lies sogar einen Tour-Favoriten hinter sich.

Der Vorjahresdritte erreichte das Ziel 34 Sekunden nach Pogacar aber als starker Vierter hinter seinem Teamkollegen Remco Evenepoel (0:32 Minuten zurück) und zeitgleich mit dem französischen Hoffnungsträger Paul Seixas (Decathlon-CMA CGM). Zehn Sekunden nach Lipowitz kam Jonas Vingegaard als Siebter ins Ziel.

„Ich habe gehört, dass Remco eine kleine Lücke hat aufgehen lassen, und dann blieb für mich natürlich nichts anderes übrig, als zu warten und zu hoffen, das Remco zurückkommt. Und dann macht er den zweiten Platz, dass freut mich natürlich wahnsinnig. Ich glaube, wir können mit dem zweiten Platz sehr happy sein“ sagte Lipowitz direkt nach dem Rennen bei der ARD

Pogacar rast allen davon

Im Gesamtklassement schob sich der Ulmer Lipowitz auf Rang sechs vor, sein Co-Kapitän Evenepoel auf Rang drei, nachdem Pogacars Edelhelfer Isaac del Toro Schwächen offenbarte und den Anschluss verlor.

Tadej Pogacar hat auch am Ort seiner letzten Schwäche bei der Tour de France seine unantastbare Macht demonstriert und eine alte Rechnung beglichen. Der Dominator stürmte beim Kletter-Spektakel durch das Zentralmassiv auf der zehnten Etappe nach Le Lioran in gewohnter Solo-Manier zum Sieg, baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus – und zerstörte gnadenlos die Träume der Franzosen von einem Heimerfolg am Nationalfeiertag.

Auch Florian Lipowitz zeigte sich nach dem Rennen von Pogacar fasziniert. „Die Beine waren heute eigentlich ziemlich gut nach dem Ruhetag, aber wenn Pogacar losfährt, hatten wir heute einfach nicht die Beine, um zu folgen. Wir haben zwar versucht, noch die Lücke zu schließen, aber Pogacar war einfach zu stark heute.“

Nach seiner Attacke am Col de Pertus knapp 15 km vor dem Ziel fuhr Pogacar der Konkurrenz bei Feiertagsstimmung und erneut Temperaturen von über 35 Grad unaufhaltsam davon. 44 Sekunden legte der Titelverteidiger (UAE Emirates-XRG) auf den 166,6 km mit sieben gewerteten Anstiegen, zwei davon der 1. Kategorie, zwischen sich und seinen Herausforderer Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Angesichts von nun 3:36 Minuten Vorsprung im Klassement und der nächsten Machtdemonstration scheint die Frankreich-Rundfahrt bereits kurz vor der Halbzeit entschieden.

Keine Schwäche, wie vor zwei Jahren

Die Bühne nach dem Ruhetag aber gehörte Pogacar. Der Weltmeister, der schon am Tourmalet ein 43-km-Solo hingelegt hatte, feierte in der Auvergne seinen dritten Tagessieg bei der diesjährigen Tour, seinen 24. insgesamt sowie seinen 124. Profierfolg. Und das an dem Ort, an dem der Slowene letztmals schwächelte.

Vor zwei Jahren war Pogacar auf dem Weg nach Le Lioran nach einer zunächst erfolgreichen Attacke eingebrochen. Der bereits distanzierte Vingegaard schloss wieder auf, besiegte seinen entkräfteten Rivalen im Sprint und weinte anschließend Freudentränen. Wenige Monate zuvor war Vingegaard im Baskenland heftig gestürzt.

Die Niederlage blieb ein kurzes Zeichen der Schwäche. Pogacar distanzierte Vingegaard anschließend in den Pyrenäen und ließ sich auf dem Weg zu seinem damals dritten Tour-Sieg nicht mehr einfangen. Nun fährt der 27-Jährige seinem fünften Triumph entgegen, mit dem er mit den Rekordhaltern Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Miguel Indurain und dem ewigen Eddy Merckx gleichziehen würde.

Vorausschauend auf die nächsten Etappen zeigte sich Lipowitz zuversichtlich. „Bei mir hat es heute nicht ganz gereicht fürs Podium, aber wir können heute sehr glücklich sein und sind auf einem guten Kurs in der zweiten Woche. Die Beine und die Form passen. Und mit Remco und mir schaut es Richtung Podium ganz gut aus., auch wenn die harten Etappen natürlich noch kommen.“

Kanter untermauert starke Form

Max Kanter (XDS Astana) stellte seine starke Form erneut unter Beweis. Der Cottbuser fuhr im Zwischensprint auf Platz zwei und untermauerte seinen fünften Rang im Rennen um das Grüne Trikot. Lange bildete sich keine nachhaltige Fluchtgruppe, knapp 113 km vor dem Ziel aber setzten sich letztlich 31 Fahrer ab, darunter auch der Augsburger Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché) und acht Franzosen, die dem ersten Heimerfolg am Nationalfeiertag seit 2017 nachjagten.

Die Gruppe aber zerfiel schnell – und von hinten rauschte der UAE-Zug mit der Lokomotive Nils Politt heran. 38 Kilometer vor dem Ziel war der letzte Ausreißer gestellt, ehe sich Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz aufmachte. Der Ecuadorianer erarbeitete sich einen Vorsprung von einer Minute, die sich nach Pogacars Attacke allerdings in Luft auflöste.

Nach dem Ritt durch das Zentralmassiv sind auf der elften Etappe wieder die Sprinter am Zug. Lediglich zwei Bergwertungen der 4. Kategorie stellen das Peloton vor keine großen Probleme, es läuft auf ein Finale der endschnellen Männer hinaus. Der letzte Rennabschnitt führt leicht bergab, einem „Sprint Royal“ steht somit wenig im Wege.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)