Tour de France>

Ein Volksheld sorgt für Begeisterungsstürme

Pogacar-Geste lässt Ullrich schwärmen

Tadej Pogacar sorgte mit seinem Verhalten bei der Tour de France für wahre Begeisterungstürme - auch bei den ehemaligen Radrennfahrern Rick Zabel und Jan Ullrich, die aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauskommen.
Tadej Pogacar schenkt seinem Edelhelfer Isaac del Toro bei der zweiten Etappe der Tour de France den Sieg. Das Gesamtklassement führt aber weiter der Däne Jonas Vingegaard an.
Conrad Fröhlich
Tadej Pogacar sorgte mit seinem Verhalten bei der Tour de France für wahre Begeisterungstürme - auch bei den ehemaligen Radrennfahrern Rick Zabel und Jan Ullrich, die aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauskommen.

Tadej Pogacar hat auf der zweiten Etappe der Tour de France für Begeisterungsstürme gesorgt, indem er selbst auf den Etappensieg verzichtete und diesen seinem Teamkollegen Isaac del Toro überließ. Das verzauberte auch die beiden Radsport-Größen Rick Zabel und Jan Ullrich, die aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskamen.

„Ich habe mir erst gedacht: was macht denn Pogi? Warum fährt der nicht richtig?“, fragte sich Zabel im Podcast Ulle & Rick, bis er dann zum Schluss kam: „Der will ihm die Etappe schenken. Ich habe gedacht: Was für ein Leader. Pogacar hat gefühlt komplett Mexiko hinter sich gebracht, mit diesem einen Move. Der ist auch direkt zum Volksheld in Mexiko geworden. Sportsmanship, ganz, ganz großes Kino“, schwärmte der viermalige Tour-Teilnehmer.

Von Gesprächspartner Ullrich hörte der 32-Jährige keine Widerworte: „Ich habe auch das Lächeln im Gesicht. Mir ging’s genauso. Er (Pogacar, Anm. d. Red.) hat ihn dann auch noch angefeuert. Ich habe noch nie was Besseres gesehen.“ Dabei sei es völlig klar, dass Del Toro jetzt „120 Prozent für seinen Leader gibt. Für den Rest der Runde“.

Eine besondere Geste, die es del Toro ermöglichte, auf seiner ersten Tour de France im Meistertrikot seines Landes die Etappe zu gewinnen. „Darüber wird man noch ganz, ganz viele Jahre sprechen“, ist sich Ullrich sicher.

Pogacar: „Er verdient sich den Sieg“

Hinter der Aktion, freiwillig auf das Gelbe Trikot zu verzichten, könnte jedoch noch etwas anderes stecken. Geht es nach Ex-Radrennfahrer Fabian Wegmann, könnte sich dahinter ein taktischer Kniff verbergen. „Pogacar hätte zehn Sekunden holen können, sagt aber, mir reichen sechs Sekunden, ich will das Gelbe Trikot haben, aber nicht heute“, meinte er in der ARD.

Demnach ist das Team von Konkurrent Vingegaard weiter in der Verantwortung, Tempoarbeit zu leisten, während Pogacars Kollegen sich etwas schonen können. Die Freude von Pogacar über den Sieg seines Teamkollegens schien jedenfalls von Herzen zu kommen. „Er verdient sich den Sieg, mir fehlen die Worte“, erklärte er gegenüber Cadena Cope.