Einen Tag nach seiner großen Geste für seinen Teamkollegen Isaac del Toro hat Tadej Pogacar bei der ersten kleinen Bergankunft der 113. Tour de France erstmals so richtig seine Muskeln spielen lassen und neben dem Tagessieg auch das Gelbe Trikot erobert. Allerdings dürfte vielen Fans und Beobachtern dabei eine Frage aufgekommen sein: Warum eigentlich?
Pogacar vor Vingegaard? Das kuriose Tour-Szenario erklärt
Warum Pogacar vor Vingegaard liegt
Vingegaard vom Team Visma-Lease a Bike hatte das Gelbe Trikot des Gesamtführenden seit dem Einzelzeitfahren am Samstag inne. Nun schlug Pogacar zurück, fuhr in Les Angles zwei Sekunden vor dem Dänen über die Ziellinie und holte sich die maximale Zeitgutschrift von zehn Sekunden. Heißt: Vingegaard und Pogacar liegen zeitgleich vorne.
Tour de France: Darum übernimmt Pogacar das Gelbe Trikot
Weshalb das begehrte Jersey dennoch den Träger wechselt? Hintergrund ist eine spezielle Regel des Veranstalters. Bei Sekundengleichstand in der Gesamtwertung entscheiden zunächst die Hundertstel aus den Einzelzeitfahren.
Gab es diese noch nicht, wie in diesem Fall, wird die Rangsumme aus allen gefahrenen Etappen herangezogen. Was bedeutet: Für jede Etappe wird der Platz des Fahrers notiert. Diese Platzierungen werden addiert. Und die niedrigere Summe führt die Gesamtwertung an.
Tour de France: Pogacar führt jetzt zwei Wertungen an
Pogacar stehen Rang zwei am Sonntag und Rang eins am Montag als Einzelplatzierungen zu Buche. Vingegaard hingegen erreichte die Positionen vier (Sonntag) und zwei (Montag), was nun zu einem Führungswechsel in der Gesamtwertung führte. Quasi im Vorbeigehen hat der Slowene vom Team UAE Team Emirates-XRG auch die Führung in der Sprintwertung übernommen.
Für Pogacar war der Erfolg in Les Angles, das rund 70 Kilometer von den aktuellen Waldbränden in den Pyrenäen entfernt liegt, bereits der 122. Profisieg seiner Karriere und sein 22. Etappenerfolg bei der Tour de France. Damit nimmt er früh Kurs darauf, den Rekord von fünf Gesamtsiegen einzustellen.