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Irrwitzig! Damit wirkt die Tour de France fast entschieden

Pogacar mit Machtdemonstration

Tadej Pogacar löst Torstein Träen wieder als Träger des Gelben Trikots ab. Im Duell mit Rivale Jonas Vingegaard lässt der Slowene am Col du Tourmalet die Muskeln spielen.
Die Tour de France 2026 findet vom 4. bis 26. Juli statt. Von Barcelona machen sich die Fahrer um Titelverteidiger Tadej Pogacar auf den Weg nach Paris.
Tadej Pogacar löst Torstein Träen wieder als Träger des Gelben Trikots ab. Im Duell mit Rivale Jonas Vingegaard lässt der Slowene am Col du Tourmalet die Muskeln spielen.

Statement von Tadej Pogacar! Der Superstar von UAE Team Emirates XRG hat mit einem großen Vorsprung die 6. Etappe der Tour de France gewonnen. Auf der harten Bergetappe setzte der 27-Jährige am Col du Tourmalet eine Attacke, die Rivale Jonas Vingegaard nicht kontern konnte.

Insgesamt brauchte der Slowene nur 43:12 Minuten um den Berg hochzukommen und pulverisierte damit seinen eigenen Rekord. Im Jahr 2023 brauchte er zusammen mit Vingegaard 45:35 Minuten, was die bisherige Bestmarke darstellte.

Pogacar holt sich das Gelbe Trikot zurück

Vor dem Dänen kam Pogacar 2:38 Minuten früher ins Ziel – ein dickes Ausrufezeichen im Duell um die Gesamtwertung, denn bislang waren beide zeitgleich unterwegs.

Zudem fährt der Slowene ab Freitag wieder im Gelben Trikot, denn Torstein Träen konnte mit dem hohen Tempo in keiner Art und Weise mithalten und verlor das Maillot jaune trotz des Vorsprungs von 7:53 Minuten.

Tour de France: Lipowitz muss abreißen lassen

Auf der Abfahrt vom Col du Tourmalet erlebte der Norweger ein Drama, denn sein Teamkollege Anders Johannessen schnitt ihn in einer Kurve, sodass Träen ihm ins Hinterrad fuhr und stürzte. Nach einer etwas längeren Untersuchung durch einen Arzt setzte er, mit Pflastern bestückt, die Etappe fort.

Der deutsche Florian Lipowitz kam in der Verfolgergruppe um unter anderem seinen Teamkollegen Remco Evenepoel sowie Wunderkind Paul Seixas mit einem Rückstand von fast drei Minuten ins Ziel.

Pogacar baut Vorsprung stetig aus

Am Tourmalet machte Pogacars Team UAE Emirates-XRG richtig ernst, fünf Kilometer vor dem Gipfel übernahm Isaac Del Toro die Initiative. Pogacars Edelhelfer lancierte eine mächtige Attacke, der nur sein Kapitän folgen konnte. Kurz darauf war Pogacar auf sich alleine gestellt, was ihn nicht kümmerte.

Oben an der Bergwertung des Tour-Riesen hatte er einen Vorsprung von knapp 30 Sekunden auf Vingegaard herausgefahren. Lipowitz folgte an der Seite des französischen Toptalents Paul Seixas etwa eine Minute später. Nach der Abfahrt stürzte sich Pogacar in den 18,7 km langen, aber kaum steilen Schlussanstieg zum Felsenkessel Cirque de Gavarnie und baute seinen Vorsprung sukzessive weiter aus.

Spektakuläre Bergetappe am Col du Tourmalet

Begonnen hatte der Renntag bei gewohnt hohen Temperaturen und mit einem mächtigen Tempo. Die ersten weitgehend flachen 86 km des Tages legten die Fahrer mit einem Schnitt von 45 km/h zurück. Zu Beginn der Auffahrt auf den anderen Tour-Klassiker Col d’Aspin spannte sich dann Pogacars deutscher Helfer Nils Politt an die Spitze des Feldes. Das UAE-Team machte deutlich, dass es an einem Ausreißer-Sieg diesmal kein Interesse hatte. Im High-Speed ging es schließlich über die Kuppe, die auch Macron im Führungsfahrzeug von Tour-Chef Christian Prudhomme überfuhr.

Eine rasante Abfahrt später und etwa 55 km vor dem Ziel wartete dann der Anstieg hinauf zum Tourmalet, der auf 2.115 Metern Höhe über den Pyrenäentälern thront. 1910 erstmalig und seither weitere 91 Mal überfahren gilt er als einer der vier „heiligen“ Anstiege der Tour – von Sainte-Marie de Campan mussten die Fahrer diesmal 17,1 km bei garstigen 7,3 Prozent Durchschnitts-Steigung bezwingen.

Zwischendurch durfte auch Deutschlands Sprinthoffnung Max Kanter abermals seine gute Form unter Beweis stellen – bei der Sprintwertung des Tages gewann er wie schon am Vortag den Massenspurt im Peloton. Die nächste Chance auf seinen Premieren-Etappensieg bietet sich für den Zweiten der 5. Etappe am Freitag. Die 175,1 km von Hagetmau nach Bordeaux werden nahezu brettflach.

—– Mit Sport-Informations-Dienst (SID)