Ein stilles Abkommen im Peloton soll bei der Tour de France 2026 die heikelsten Momente entschärfen: die Sprintankünfte. Initiiert vom vierfachen Toursieger Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) sollen sich die Anwärter der Gesamtwertung auf den letzten fünf Kilometern eher ans Ende des Feldes zurückfallen lassen.
Tour de France 2026: Pogacar initiiert spezielles Agreement
Pogacar initiiert spezielles Agreement
Das „Gentlemen Agreement“ soll die Sprintzüge ungestört arbeiten lassen und das Gefahrenpotenzial reduzieren. Wie im Podcast L’Équipe du Tour erklärt wurde, hat diese Absprache in der bisherigen Rundfahrt viele potenzielle Reibereien entschärft.
Eine ähnliche Initiative hatte Jonas Vingegaard (Visma-Lease a bike) bereits beim Giro d’Italia eingebracht, den der Däne gewann. Auch in der zwölften Etappe hielten sich die Klassementfahrer im Finale zunächst geschlossen hinter den Sprinterteams.
Trotzdem endete der Massensprint der zwölften Etappe in einem folgenschweren Sturz. Während Tim Merlier (Soudal-Quick Step) den Tagessieg holte, riss es dahinter zahlreiche Fahrer zu Boden.
Fernando Gaviria (Caja Rural-Seguros RGA) wich in der Anfahrt von seiner Linie ab und stürzte nach Schulterkontakt mit Olav Kooij (Decathlon-CMA CGM).
Massensturz fordert zwei Aufgaben
Für den 31-jährigen Kolumbianer war die Tour danach beendet: Gaviria musste nach dem Crash mit einem Bruch des linken Schlüsselbeins aufgeben.
Kurz darauf bestätigte auch Jenno Berckmoes (Intermarché-Lotto) seinen Ausstieg, ebenfalls mit einer Schlüsselbeinverletzung. Die Massenkarambolage konnte also auch die Absprache der Gesamtklassement-Fahrer nicht verhindern.
Immerhin sorgte es aber indirekt dafür, dass die Topfahrer der Gesamtwertung nicht selbst in die Sturzszene gerieten oder Zeit verloren.
An der grundsätzlichen Nervosität eines Sprintfinales änderte es jedoch nichts, sobald sich die Züge um die beste Position drängen. Merliers Erfolg wurde dadurch von den Sturzfolgen und den beiden Aufgaben überschattet.