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Tour de France: Ärger um Vingegaard geht weiter

„Wir wären alle gesperrt worden“

Jonas Vingegaard musste die Tour de France 2026 nach einem Sturz aufgeben. Eine Dopingkontrolle in der Nacht hatte zuvor für Ärger gesorgt – und dieser will nicht enden.
Die 15. Etappe der Tour de France hat es in sich! Remco Evenepoel holt überraschend den Sieg und Jonas Vingegaard erlebt einen folgenschweren Sturz.
Jonas Vingegaard musste die Tour de France 2026 nach einem Sturz aufgeben. Eine Dopingkontrolle in der Nacht hatte zuvor für Ärger gesorgt – und dieser will nicht enden.

Jonathan Vaughters, ehemaliger Teamkollege von Lance Armstrong bei US Postal und späterer Doping-Geständiger, hat eine brisante These zu Jonas Vingegaard aufgestellt. Auf X schrieb er: „Ich poste hier nicht viel. Aber ich werfe diese Granate in die Gasse: Tests um zwei Uhr morgens sind eine der sehr effektiven Methoden, um die Mikrodosierung von Peptiden (EPO, hGH) und Testosteron zu verhindern.“ 

Vaughters legte nach. „Wenn die UCI uns 2001 um zwei Uhr morgens getestet hätte? Wir wären alle gesperrt worden und der Sport wäre 25 Jahre lang von Drama verschont geblieben“, meinte er und ergänzte: „Es ist bedauerlich, dass Tadej und Jonas für den Mist büßen müssen, den wir gebaut haben. Trotzdem würde ich ein bisschen Schlaf opfern, um Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Ich sollte mich bei den beiden entschuldigen, ehrlich.“

Tour de France: Vingegaard ist raus

Vingegaard ist bei der Tour de France am Sonntag auf der 15. Etappe gestürzt und musste mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben. Brisant: Für den Kapitän des Teams Visma-Lease-a-Bike hatte der Tag schon in der Nacht begonnen. Vingegaard wurde gegen zwei Uhr aus dem Schlaf geholt, um eine unangekündigte Dopingkontrolle zu absolvieren. Pogacar soll wenige Stunden später ebenfalls kontrolliert worden sein. Die ungewöhnlichen Nacht-Checks waren von einem Richter genehmigt worden und lösten im Peloton Empörung aus.

Mehrere Fahrer sprachen von einem Skandal, weil die Maßnahme unmittelbar vor einem schweren Tour-Tag die Regeneration beeinträchtige. Gleichzeitig rückte damit ein Thema in den Fokus, das den Radsport seit Jahren begleitet: Wie lässt sich moderne Manipulation überhaupt noch zuverlässig nachweisen?

Doping: Warum Kontrollen mitten in der Nacht die „Lücke“ treffen sollen

Der Hintergrund: Bei der Mikrodosierung werden sehr kleine Mengen verwendet und es gibt kurze Nachweisfenster, zum Beispiel bei EPO, Wachstumshormon oder Testosteron. Wer spät am Abend appliziert, kann darauf hoffen, dass ein Test am frühen Abend und der nächste am Morgen genau die kritische Phase verpassen.

Genau dort setzen die umstrittenen Kontrollen an. Die ITA, die auf der Tour die Dopingkontrollen durchführt, will diese potenziell „sichere” Nachtlücke schließen – auch wenn dies eine zusätzliche Belastung für die Fahrer bedeutet.