Tour de France>

Tour de France: Angst vor großem Zuschauer-Chaos wächst

Angst vor großem Fan-Chaos wächst

Vor der ersten Etappe nach Alpe d'Huez wächst die Sorge vor Zuschauer-Chaos. Die Fahrer um Topstar Remco Evenepoel warnen vor der Gefahr auf dem legendären Anstieg.
Die Tour de France 2026 neigt sich langsam dem Ende zu. Doch bei der ersten Alpen-Ankunft des Jahres war noch einmal Spannung geboten.
Vor der ersten Etappe nach Alpe d'Huez wächst die Sorge vor Zuschauer-Chaos. Die Fahrer um Topstar Remco Evenepoel warnen vor der Gefahr auf dem legendären Anstieg.

Die Sorge vor einem Zuschauer-Chaos am Anstieg nach Alpe d’Huez wächst vor der 19. Etappe der Tour de France.

In Videos, die in den sozialen Medien kursieren, ist zu sehen, wie zahlreiche Fans bereits in der Nacht auf Freitag auf der Straße sangen, tanzten und Fahrzeugen – sogar der Polizei – kaum noch Platz ließen. Dazu wurden Feuerwerkskörper gezündet, Sirenen heulten über Kilometer durch das Tal.

Die Strecke nach Alpe d’Huez gilt als Naturstadion des Radsports: 21 Kehren, begleitet von Lärm, Fahnen und Rauch. „Es ist wie ein langer Tunnel, der 13 Kilometer dauert; es gibt ständig Lärm. Das macht es besonders – mehr als irgendwo sonst. Ich fühle mich wirklich wie in einem Stadion“, beschrieb Guillaume Martin-Guyonnet (Groupama-FDJ United) das Spektakel.

Tour de France: Evenepoel macht sich Sorgen

Topstar Remco Evenepoel, aktuell Zweiter in der Gesamtwertung, brachte seine Sorgen zum Ausdruck. „Ich freue mich darauf, die Strecke kennenzulernen, aber es ist auch etwas beängstigend, wie eng sie sein kann“, meinte der Fahrer von Red Bull-Bora-hansgrohe. „Manchmal kann die Zuschauermenge eine Etappe beeinflussen. Zum Beispiel, wenn man auf einen Angriff reagieren will, aber nicht nach vorne kommt, weil man blockiert wird. Mal sehen, wie extrem das wird.“

Evenepoel wäre es lieber, wenn das Menschenspalier nicht so eng wäre: „Bei einem so populären Anstieg wie Alpe d’Huez wäre es sinnvoller, von unten an Seile zu spannen und dann auf den letzten fünf Kilometern Absperrgitter zu errichten.“

Sportlich erwartet das Peloton einen Doppelpack, denn die Tour kehrt nach 2022 erstmals zurück und endet sogar an zwei Tagen nacheinander in Alpe d’Huez: Am Freitag wartet die klassische Bergankunft, am Samstag führt die Königsetappe unter anderem über Télégraphe, Galibier und den Col de Sarenne zurück.

Fahrer warnen: „Ich hoffe, ich stürze nicht“

Die Behörden reagieren bereits: Die Straße wurde am Donnerstag zeitweise früh gesperrt, viele Fans sicherten sich Plätze mit Zelten und Campern schon seit Montag und Dienstag. An der berüchtigten „Dutch Corner“ (Kehre sieben) sollen zusätzliche Absperrungen stehen – und in den sozialen Netzwerken kursieren Aufrufe, die Party in andere Kurven zu verlagern, um wieder einen „Zuschauer-Tunnel“ zu bauen.

Im Peloton wächst die Unruhe – auch wegen der Enge, wenn Attacken gefahren werden sollen. Supertalent Paul Seixas brachte seine Angst auf den Punkt: „Ich hoffe vor allem, dass ich am Anstieg nicht stürze, weil ich glaube, dass sehr viele Zuschauer da sein werden. Wir haben gesehen, dass das ziemlich gefährlich ist.“

Die Teams erinnern sich an den Vorfall um Vincenzo Nibali, der 2018 nach einem Kontakt mit einem Zuschauer am Lenker stürzte und die Tour aufgeben musste.

Visma-Lease-a-Bike-Manager Richard Plugge sieht einen Trend zur „Karneval“-Stimmung am Anstieg – und fordert Konsequenzen: „Gerade stehen da auch ziemlich viele Leute, die denken, es ist Karneval, die den ganzen Tag Bier in sich hineinschütten und irgendwann nicht mehr wissen, was sie tun.“ Als Maßnahme brachte er sogar Gebühren für den Zugang zu Anstiegen ins Spiel.