Dass Tadej Pogacar bei der diesjährigen Tour de France am Ende ganz oben auf dem Podest stehen wird, bezweifeln die wenigsten. Auch nicht Lance Armstrong. „Er wird doch seine fünfte Tour gewinnen, oder? Wir werden miterleben, wie er im Ziel den Allzeitrekord für Tour-Siege einstellt“, sagte der US-Amerikaner in seinem Podcast „The Move“.
Völlig unbeirrt: Er sieht sich noch immer als wahren Rekordsieger der Tour
Armstrong sieht sich noch immer vorn
Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Induráin halten mit jeweils fünf Gesamtsiegen bei der prestigeträchtigen Frankreich-Rundfahrt die Bestmarke. „Er wird nun Mitglied dieses elitären Klubs der Fünf“, betonte Armstrong, ehe er hinzufügte: „Aber wisst ihr was? Er glaubt das nicht. Er glaubt das überhaupt nicht. Er weiß, wie der wahre Rekord lautet.“
Tour de France 2026: Pogacar hat großen Vorsprung
Armstrong selbst hat seinerzeit sieben Erfolge bei der Tour de France gefeiert. Von 1999 bis 2005 kletterte er in Paris jedes Jahr auf die oberste Stufe des Podiums. Später wurde er allerdings des Dopings überführt und ihm wurden die Titel aberkannt. An Armstrongs Selbstbild, dass er der eigentliche Tour-Rekordsieger ist, hat sich aber offensichtlich nichts geändert.
Für Armstrong wäre es in Ordnung, wenn Pogacar die getilgte Bestmarke des inzwischen 54-Jährigen einstellen würde. „Ich hoffe, dass er das tut“, stellte Armstrong klar: „Es spielt keine Rolle. Ich bin Sportler. Sportler machen ihr Ding. Vielleicht brechen sie einen Rekord. Vielleicht stellen sie einen auf. All diese Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden. Das ist es nicht. Pogacar weiß, wie der aktuelle Rekord lautet. Er wird also nicht untätig herumsitzen. Na ja, und ich hoffe, dass er es tut.“
Auslöser für seine Worte war eine Diskussion über Pogacars Teamkollegen Isaac del Toro und die Frage, ob der Mexikaner den 27-Jährigen schon jetzt schlagen könnte, wenn er in der Hierarchie der eigenen Mannschaft nicht hinter ihm stünde. Armstrong verneinte dies, schloss aber nicht aus, dass del Toro wertvolle Jahre hinter Pogacar verlieren könnte. Denn dieser wird im Team seiner Meinung nach noch einige Zeit das Maß aller Dinge sein – und er hält alle Gedankenspiele, dass Pogacar von sich aus zurückstecken könnte, für abwegig.
Pogacar, der 2020, 2021, 2024 und 2025 triumphierte, hat beim aktuellen Saisonhöhepunkt am ersten Ruhetag einen großen Vorsprung von 2:42 Minuten auf den Zweitplatzierten Jonas Vingegaard herausgefahren. Die dritte und sechste Etappe konnte der Slowene vom Team UAE Team Emirates – XRG gewinnen.