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Tour de France: Deutsche Sprinter in Bordeaux knapp geschlagen

Deutsche Sprinter knapp geschlagen

Auf der siebten Etappe der Tour de France treten die Topsprinter in Erscheinung. Auch zwei Deutsche kämpfen im Massensprint um den Sieg mit, aber ein Belgier hat schließlich die Nase vorn.
Auf der siebten Etappe der Tour de France treten die Topsprinter in Erscheinung. Auch zwei Deutsche kämpfen im Massensprint um den Sieg mit, aber ein Belgier hat schließlich die Nase vorn.
Auf der siebten Etappe der Tour de France treten die Topsprinter in Erscheinung. Auch zwei Deutsche kämpfen im Massensprint um den Sieg mit, aber ein Belgier hat schließlich die Nase vorn.

Das Warten auf den ersten deutschen Etappensieg seit fünf Jahren geht weiter. Auch der formstarke Sprinter Max Kanter konnte die Sehnsucht auf der siebten Etappe der 113. Tour de France nicht stillen. Beim zweiten Massenspurt der Frankreich-Rundfahrt reichte es beim klaren Sieg von Tim Merlier (Soudal Quick-Step) für den Cottbuser nur zu Rang vier.

„Beim ersten Sprint hat das Timing gefehlt, heute war das Timing im Leadout nicht perfekt“, sagte Kanter, der mit seinem zweiten Platz auf der fünften Etappe die Hoffnungen auf einen Überraschungscoup genährt hatte, diesmal mit seinem Team aber nicht die ideale Position fand.

Die gute Nachricht: Die nächste Chance bietet sich dem Mann vom Team XDS Astana wohl bereits am Samstag, schließlich ist die achte Etappe von Périgueux nach Bergerac ebenfalls wie geschaffen für eine Massenankunft. Weshalb Kanter schon wieder nach vorne blickte: „Um eine Etappe zu gewinnen“, schloss er, „muss hier halt alles zusammenkommen.“

Tour de France: Merlier feiert vierten Tagessieg

Das tat es am Freitag für Weltklasse-Sprinter Merlier, der seinen vierten Tagessieg bei der Tour bejubelte.

„Es war sehr unübersichtlich, aber dank des Teams habe ich es geschafft. Nach der harten Arbeit bin ich happy für alle“, sagte der strahlende Sieger – und fügte etwas martialisch hinzu: „600 Meter vor dem Ziel begann das große Boxen und ich habe mir gesagt, ich werde kämpfen.“

Merlier (Soudal Quick-Step) setzte sich im spannenden Highspeed-Finale letztlich vor Sören Wärenskjold (Uno-X Mobility) und Biniam Girmay (NSN Cycling) durch.

Bauhaus auf Platz sechs

Phil Bauhaus komplettierte mit seinem sechsten Rang ein ordentliches deutsches Gesamtergebnis. Pascal Ackermann wurde Zwölfter. Auf einen Sieg im Massenspurt warten die deutschen Radsport-Fans sogar bereits seit 2017, als Marcel Kittel in Pau triumphiert hatte.

John Degenkolb war angesichts der hohen Temperaturen knapp unter der 40-Grad-Marke „total am Arsch“, wie er im Ziel am ARD-Mikrofon einräumte. Bei der Entscheidung im Massensprint konnte der 37-Jährige auch aufgrund eines Defekts nicht mehr vorne mitmischen.

„15 Kilometer vor dem Ziel habe ich irgendwie eine Flasche ins Rad bekommen. Ich weiß nicht, ob auf den Schalthebel oder hinten rein. Auf jeden Fall hat dann die Hinterradbremse ein bisschen Druck verloren. Wenn der Druckpunkt erst ganz kurz vor dem Lenker ist, dann kann man kein Risiko eingehen“, sagte Degenkolb.

Tour de France: Pogacar weiter im Gelben Trikot

Tadej Pogacar verteidigte ohne Probleme sein Gelbes Trikot. Am Tag nach seiner Machtdemonstration auf der Tourmalet-Etappe, die schon ein wenig nach Vorentscheidung im Titelkampf roch, rollten der Slowene und die anderen Spitzenfahrer einträchtig im großen Feld ins Ziel.

Größtenteils schnurgerade ging es auf der 175,1 km langen Etappe in Richtung Bordeaux. Bereits zum 77. Mal steuerte das Peloton die Stadt am Ufer der Garonne an, nur Paris war öfter Etappenziel der Tour. Doch trotz aller Historie: Am Tag nach dem Pyrenäen-Spektakel überwog anfangs die Langeweile.

So richtig interessant wurde es erst 55 km vor dem Ziel – beim Zwischensprint. Kanter zeigte sich abermals in guter Form, als Dritter des Pelotons schnappte er sich noch zwölf Punkte. 18 km vor dem Ende waren dann die beiden Ausreißer Baptiste Veistroffer und Jakub Otruba gestellt.

Defekt bremst Lipowitz kurzzeitig aus

Für Florian Lipowitz stellte bei teils mäßigem Tempo auch ein Defekt kein Problem dar. Vor dem Start in Hagetmau hatte sich der Gesamtdritte von 2025 bemüht, die Wogen im Team Red Bull-Bora-hansgrohe zu glätten. „Wir haben gestern im Bus miteinander geredet. Ich glaube, es ist alles geklärt. Die Stimmung ist gut. Ich würde da jetzt nicht so viel Wert darauf legen“, sagte er der ARD.

Nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag hatte sein Teamkollege Remco Evenepoel Lipowitz dafür kritisiert, auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint nicht reagiert zu haben. Er sei „wütend, und das zurecht“, hatte Evenepoel im Ziel gesagt. Am Freitag hörte sich das auch beim Olympiasieger deutlich versöhnlicher an. An der geteilten Kapitänsrolle der beiden Topfahrer soll sich nichts ändern.

Ändern wird sich zunächst auch das Terrain der Rundfahrt nicht. Am Samstag dürften die Sprinter schon ihre nächste Chance bekommen – schließlich ist die achte Etappe von Périgueux nach Bergerac ebenfalls wie geschaffen für eine Massenankunft.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)