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Tour de France entgeht knapp einer Tragödie

Tour entgeht knapp einer Tragödie

Auf der 20. Etappe gerät Sepp Kuss ins Straucheln und wird nur von einem Fangnetz vor einem Absturz in die Tiefe bewahrt. Das hätte böse enden können.
Die vorletzte Etappe des Radsportklassikers bot noch einmal ordentlich Spektakel. Dabei blickt das Feld bereits auf das große Finale in Paris.
Auf der 20. Etappe gerät Sepp Kuss ins Straucheln und wird nur von einem Fangnetz vor einem Absturz in die Tiefe bewahrt. Das hätte böse enden können.

Glück im Unglück! Ein Fangnetz hat Sepp Kuss (Visma-Lease a Bike) auf der Königsetappe der Tour de France vor einem weitaus fataleren Sturz bewahrt. Der US-Amerikaner lag wenige Kilometer vor dem Ziel in Alpe d’Huez in Führung, als er in einer Kurve kurz die Kontrolle über sein Rad verlor.

Durch die Probleme wurde Kuss weit nach draußen getragen und stürzte gegen eine niedrige Betonwand mit Fangnetz – direkt dahinter ging es einen steilen Abhang hinunter. Und: Wenige Zentimeter weiter endete das Fangnetz.

„Wenn er da rüberfällt und da kein Zaun ist, rollt der jetzt noch Richtung Tal. Da gibt es kein Halten mehr. Zum Glück gibt es da solche Zäune“, meinte Rolf Aldag, bis 2025 Sportlicher Leiter bei Red Bull-Bora-hansgrohe, bei Eurosport.

Nach Informationen der ARD waren die entsprechenden Fangzäune am Vortag noch nicht dort angebracht gewesen und erst am Freitag montiert worden.

Nach der Königsetappe äußerte sich Kuss selbst zu seinem Zwischenfall: „Ich war nicht ganz klar im Kopf. Die Anstrengung war unglaublich“, erklärte der Vuelta-Sieger von 2023 bei France TV. „Ich habe versucht, den Abstand zu Richard Carapaz zu halten. Ich wusste, dass er nicht weit weg war und bis zum Ende kämpfen würde. Ich wollte in jeder Kurve so viel Zeit wie möglich gewinnen.“

Tour de France: Fehler kostet Kuss Etappensieg

Der frühere deutsche Radprofi Jens Voigt hatte vorher ebenfalls eine Erklärung für den Fahrfehler von Kuss geliefert: „Je erschöpfter du bist, desto mehr schaust du runter, schaust nur auf drei Meter vor dein Rad. Das ist ein Fehler. Du solltest, wenn du aus der Kurve rauskommst, auch da hinschauen, wo du hinfährst. Aber das ist leichter gesagt …“

Bereits rund zwei Kilometer zuvor hatte Kuss beim Verlassen eines Tunnels kurz die Kontrolle über sein Rad verloren. Nach dem zweiten Fahrfehler musste er seine Hoffnungen auf den Etappensieg jedoch begraben: Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) zog vorbei und feierte seinen zweiten Tagessieg bei dieser Tour.

Auch Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) sprintete kurz vor dem Ziel noch an Kuss vorbei, der die 20. Etappe schließlich auf Rang drei beendete.