Julian Alaphilippe fährt bei der aktuellen Tour de France weiter der Form hinterher. Auf der 10. Etappe nach Le Lioran kam der Franzose nur als 134. ins Ziel – 38 Minuten hinter Tagessieger Tadej Pogacar und nur sieben Minuten vor dem Zeitlimit.
Tour de France: Ex-Weltmeister steckt in schwerer Formkrise
Ex-Weltmeister gibt Rätsel auf
Während mit Yannis Voisard als 16. der erste Tudor-Profi über die Linie rollte, warteten Fans am Team-Bus längst auf „Loulou“. Dann tauchte Alaphilippe endlich auf: schwarzes Trikot, von Salzrändern gezeichnet, der Blick leer. Ohne eine Reaktion stieg er in den Bus.
Für Tudor ist es ein sportliches Rätsel – und für Alaphilippe ein täglicher Kraftakt. Sportdirektor Addy Engels erklärte offen: „Wir müssen ehrlich sein, das ist nicht die einfachste Tour für ihn.“
Tour de France: Schwere Formkrise wirft Fragen auf
Zwar habe der Franzose zu Beginn der Etappe attackiert, „weil es sein Charakter ist, er behält die Mentalität eines Kämpfers“. Doch Engels beschreibt das Problem schonungslos: „Aber es ist, als hätte er nur ein oder zwei Patronen. Dann versagen seine Beine und er muss langsamer fahren.“
Warum der zweimalige Weltmeister (2020, 2021), der seit Tourbeginn nicht besser als Platz 78 platziert war, so weit von seiner Normalform entfernt ist, kann im Team niemand erklären. „Wenn wir wüssten, warum, könnten wir bestimmte Entscheidungen treffen. Er ist nicht krank. Er fühlt sich okay. Er hat die richtige Mentalität, das ist bei ihm nie ein Problem. Aber er hat nicht die Beine, die er haben sollte“, meinte Engels.
In einer Saison, in der für Alaphilippe ein fünfter Platz beim Grand Prix Gippingen bis dato das einzige Top-10-Ergebnis blieb, hat Tudor dennoch einen Funken Hoffnung: „Solange wir nicht wissen, was mit ihm los ist, kann noch etwas Magisches passieren“, blieb Engels optimistisch.
Und tatsächlich: Am Mittwoch fuhr Alaphilippe bei der 11. Etappe zunächst lange in der vierköpfigen Ausreißer-Gruppe mit. Doch bei rund 20 ausstehenden Kilometern wurde der Franzose einmal mehr durchgereicht – und kam schließlich mit einem Rückstand von über siebeneinhalb Minuten ins Ziel.