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Tour de France: Französische Hoffnung meldet sich zurück

Hoffnungsträger meldet sich zurück

Nach Krankheit und Panne erreicht der französische Hoffnungsträger Kévin Vauquelin in der vierten Etappe den sechsten Platz. Anschließend gibt es Lob von Teamchef Geraint Thomas.
Tag vier bei der Tour de France. Nach einer anspruchsvollen Berg-Etappe wechselt das gelbe Trikot überraschend wieder den Besitzer.
Nach Krankheit und Panne erreicht der französische Hoffnungsträger Kévin Vauquelin in der vierten Etappe den sechsten Platz. Anschließend gibt es Lob von Teamchef Geraint Thomas.

Kévin Vauquelin vom Team Netcompany Ineos hat auf der vierten Etappe der Tour de France ein wichtiges Lebenszeichen gesendet – ausgerechnet an dem Tag, an dem sich das Rennen durch eine lange Fluchtgruppe komplett öffnete. Vorne setzte sich der ehemalige Weltmeister Mads Pedersen durch, in der Gesamtwertung übernahm Torstein Träen das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar.

Für Vauquelin war es die erste echte Chance, nach einem schwierigen Start in diese Rundfahrt wieder in den Rennrhythmus zu finden. Der Franzose hatte die Tour angeschlagen begonnen und im Auftakt-Teamzeitfahren auch noch einen Plattfuß bekommen. Auf der vierten Etappe schaffte er es aber in die Ausreißergruppe und überstand die Selektion bis in die entscheidende Schlussphase.

Als sich vorne eine Gruppe von zehn Fahrern um den Etappensieg formierte, suchte Vauquelin nach einer Lösung gegen Pedersen – ohne Erfolg. „Nachdem wir im Finale waren, wollte ich ein paar Dinge probieren, weil ein Sprint gegen Mads Pedersen sehr hart ist, ganz sicher“, sagte er. „Ich habe versucht, vor der letzten Kurve nach vorne zu gehen, aber dabei habe ich mehr Speed verloren – und Mads ist richtig stark.“

Tour de France: Vauquelins Rückstand schmilzt

Am Ende sprang für Vauquelin Platz sechs heraus – sportlich zwar keine Podiums-Story, aber ein Ergebnis mit Wirkung. Sein Rückstand auf Pogacar schrumpfte deutlich: Er startete mit 21:45 Minuten in den Tag und lag nach der Etappe bei unter neun Minuten. Damit befindet sich der Fahrer, der die Tour im Vorjahr als Siebter beendet hatte, zumindest wieder in einem Bereich, in dem sich Angriffe und Zeitgewinne lohnen.

Teamchef Geraint Thomas wertete die Leistung als Signal, dass Vauquelin körperlich wieder zulegt. „Es ist großartig zu sehen, dass Kevin sich besser fühlt, dass es aufwärtsgeht“, sagte Thomas. Der Brite verwies dabei auch auf die Belastung der ersten Tage in großer Hitze.

Vor allem die Art und Weise, wie Vauquelin bis zur Ziellinie durchzog, imponierte Thomas. „Er ist ein Kämpfer und er hat gekämpft. Natürlich ist er noch nicht zu einhundert Prozent, aber ihn dort zu sehen, wie er bis zur Ziellinie um alles kämpft, zeigt seinen Kampfgeist“, sagte Thomas und spielte dabei auch auf Vauquelins riskantes Positionsspiel vor der Kurve an.

Tour de France: Netcompany Ineos bekam viele Nackenschläge

Das Lob kommt in einer Phase, in der Netcompany Ineos viel wegstecken musste: Krankheiten vor dem Start, der Ausfall von Oscar Onley nach einem Sturz, Rückschläge im Auftakt-Teamzeitfahren und weitere Zwischenfälle im Verlauf der ersten Etappen. „Es war einfach ein bisschen verrückt, wirklich – viel los und ein bisschen Pech“, sagte Thomas. „Aber so ist das Leben. Du rollst mit den Schlägen.“

Trotz allem sieht Thomas die Mannschaft enger zusammenrücken – auch, weil sich die Rollen neu sortieren mussten. „Ich denke, die Jungs wachsen langsam zusammen. Es ist ja auch eine andere Gruppe als erwartet“, sagte er. Vauquelin selbst brachte es nach seinem Ausreißer-Tag auf den Punkt: „Wir kämpfen, und der Sieg wird kommen.“