Wurde Remco Evenepoel bei der Jagd auf Tour-Dominator Tadej Pogacar während der 6. Etappe der Tour de France von seinem Team Red-Bull-BORA-hansgrohe aufgehalten? So zumindest behauptet es der ehemalige belgische Radprofi Marc Sergeant.
Tour de France: Lipowitz' Kollege "hätte mit Pogacar Schritt gehalten"
Wird ein Tour-Star ausgebremst?
Sein Landsmann war während der Etappe lange Zeit unter anderem zusammen mit Teamkollege Florian Lipowitz und den beiden Superstars Jonas Vingegaard und Pogacar in der Führungsgruppe. Am Fuße des Col du Tourmalet angekommen, setzte Pogacar zusammen mit Teamkollege Isaac del Toro eine Attacke, die nur Vingegaard teilweise mitgehen konnte.
Tour de France: Wurde Evenepoel vom Team gebremst?
„Dass er auf Pogacars Tempoverschärfung nicht sofort reagieren konnte, hatte er auch mehr oder weniger schon im Voraus gesagt. Er wollte sich nicht verausgaben, weil er wusste, dass nach der Abfahrt noch ein Abschnitt kam, der ihm lag“, meinte Sergeant unter seinem Pseudonym „Radsportprofessor“ beim belgischen Nieuwsblad über seinen Landsmann.
Sergeant verwies darauf, dass Evenepoel nach dem Anstieg eine der schnellsten Abfahrten hingelegt hätte und wieder ziemlich frisch am Fuße des letzten Anstiegs der Etappe, der ins Ziel führte, ankam.
„Hätte man ihn dort allein fahren lassen, hätte er mit Pogacar Schritt gehalten. Das ist seine Stärke“, betonte der 66-Jährige. Stattdessen fuhr sein Landsmann weiterhin in der Verfolgergruppe und kam hinter dem Tour-Dominator, Vingegaard und Del Toro als Vierter mit einem Rückstand von 2:57 Minuten ins Ziel.
UAE? „Dort gibt es nur Pogacar“
Der Ex-Profi sieht es als Problem an, dass sowohl Evenepoel als auch sein deutscher Teamkollege starke Klassementfahrer sind und beide jeweils in der Vergangenheit schon Dritter bei der Tour de France wurden.
Hierbei zog der Saergent den Vergleich zu UAE Team Emirates XRG: „Dort gibt es Pogacar, an den sich alle anpassen, auch Del Toro.“ Bei Red Bull-BORA-hansgrohe müsse sich das Team dementsprechend auf Evenepoel und Lipowitz konzentrieren.
Tour-Podium noch in Sichtweite
Gleichzeitig stellte der Belgier klar: „Die wichtigste Schlussfolgerung ist, dass das Podium immer noch in Reichweite ist und dass sogar Vingegaard noch nicht ganz aus dem Rennen ist. Wenn der Tourmalet sein schwarzes Biest war, dann hat er diese Etappe mit Bravour gemeistert.“
Nach seiner Machtdemonstration führt Pogacar nach der 6. Etappe die Gesamtwertung an. Dahinter folgen Vingegaard (+2:42 min), Del Toro (+3:27 min) und Evenepoel (+3:30 min). Lipowitz liegt mit einem Rückstand von genau vier Minuten auf Rang sieben.