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Pogacar-Geste bei der Tour de France sorgt für Wirbel

Pogacar-Geste sorgt für Wirbel

Jonas Vingegaard kann Tadej Pogacar auf der zweiten Etappe zwar nicht bezwingen, bleibt jedoch in Gelb. Der Däne zeigt sich beeindruckt von seinem Hauptrivalen, der den Sieg seinem Kollegen schenkte - einige Experten schimpfen derweil.
Tadej Pogacar schenkt seinem Edelhelfer Isaac del Toro bei der zweiten Etappe der Tour de France den Sieg. Das Gesamtklassement führt aber weiter der Däne Jonas Vingegaard an.
Jonas Vingegaard kann Tadej Pogacar auf der zweiten Etappe zwar nicht bezwingen, bleibt jedoch in Gelb. Der Däne zeigt sich beeindruckt von seinem Hauptrivalen, der den Sieg seinem Kollegen schenkte - einige Experten schimpfen derweil.

Jonas Vingegaard hat auf der 2. Etappe der Tour de France am Sonntag das Gelbe Trikot verteidigt. Der Däne kam nach 168,5 Kilometern von Tarragone nach Barcelona als Vierter ins Ziel und blieb damit Gesamtführender. Den Tagessieg holte sich Isaac Del Toro – direkt vor seinem UAE-Kapitän Tadej Pogacar, der den jungen Mexikaner auf den letzten Metern passieren ließ.

Eine große Geste, die auch Vingegaard beeindruckt hat. „Tadej ist ein super Typ, es ist sehr großzügig von ihm, einem Teamkollegen den Etappensieg zu schenken“, sprach er in höchsten Tönen von seinem ärgsten Rivalen.

Pogacar kommt nicht überall gut an

Für die Aktion kassierte Pogacar aber nicht nur lobende Worte. „Das ist eine Demütigung“, urteilte der frühere Profi Jérôme Coppel bei RMC Sport.

Der Experte zeigte sich von der Szene schwer irritiert. Schließlich habe Pogacar trotz der hohen Belastung noch problemlos seinen Teamkollegen anfeuern können: „Ehrlich gesagt gefällt mir dieses Bild nicht.“

Coppels französischer Landsmann Jérôme Pineau beurteilte das Vorgehen des Superstars als „nicht besonders fair. Eine große Dominanz und ein sehr schöner Doppelsieg, klar, aber das gefällt mir nicht so recht.“

Tour de France: Pogacar und Del Toro dominieren finalen Anstieg

Entschieden wurde die Etappe auf dem explosiven Schlusskurs in Barcelone mit den wiederholten Rampen hinauf zum Montjuïc. UAE Emirates-XRG kontrollierte den Finalteil, am Ende standen Del Toro und Pogacar Seite an Seite an der Spitze. Remco Evenepoel sprintete auf Rang drei, Vingegaard hielt Anschluss, musste im reinen Punch-Sprint aber abreißen lassen.

Vingegaard ordnete seinen Tag entsprechend nüchtern ein: „Das ist nicht meine Lieblings-Art von Anstieg, deshalb bin ich froh, das Gelbe Trikot zu behalten. Wie ich am Samstag gesagt habe: Ich werde jeden Tag in Gelb genießen, weil man nie weiß, was im Leben passieren kann. Ich nehme das nicht als selbstverständlich.“

Tour de France: Vingegaard genießt den Moment

Im Duell mit Pogacar sah der Visma-Lease-a-Bike-Kapitän noch keinen endgültigen Fingerzeig. „Ich bin ihm am letzten Anstieg gefolgt und dann im Sprint – das ist eine andere Art von Belastung, nicht meine Stärke, also bin ich zufrieden, drangeblieben zu sein“, sagte Vingegaard. „Tadej hat am Anstieg nicht selbst attackiert, also haben wir noch nicht gesehen, wie stark er ist – und wie stark ich bin. Die Zeit wird es zeigen.“

Auch taktisch bleibt es für Vingegaard vorerst überschaubar. „Wir haben keinen riesigen Vorsprung, also ändert das nicht viel“, meinte der Gesamtführende mit Blick auf die kommenden Tage. Und er stellte klar: „Es wird vielleicht irgendwann gut sein, es zu verlieren, aber im Moment genieße ich es.“

In der Gesamtwertung liegt Pogacar nach dem Sonntag nur sechs Sekunden hinter dem Gelben Trikot, Evenepoel folgt mit 15 Sekunden Rückstand. Del Toro übernahm die Punktewertung, während Alex Molenaar sich das Bergtrikot sicherte.