Tadej Pogacar hat die dritte Etappe der Tour de France 2026 gewonnen! Der Slowene vom UAE Team Emirates-XRG setzte sich am Montag auf der rund 196 Kilometer langen Strecke von Granollers nach Les Angles vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) und Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) durch.
Tour de France: Pogacar lässt die Muskeln spielen
Pogacar lässt die Muskeln spielen
Der 27 Jahre alte Pogacar steckte die Hitzeschlacht am besten weg. Bereits zum Start zeigte das Thermometer 34 Grad an. Entlang der Strecke wurden Temperaturen von teils deutlich über 35 Grad erwartet, hinzu kamen über 4.000 Höhenmeter. Am finalen Anstieg zum Zielort konnte ihm niemand das Wasser reichen, auf den Schlussmetern sprintete Pogacar dort der gesamten Konkurrenz scheinbar mühelos davon.
Tour de France: Pogacar übernimmt Gesamtführung
Auch im Gesamtklassement hatte das Folgen. Pogacar, der am Ende zwei Sekunden vor Vingegaard die Ziellinie überquerte, zog am Dänen vorbei und übernnahm das Gelbe Trikot. Kurios: Beide stehen nun zeitgleich an der Spitze. Ist das der Fall, entscheidet die Summe der bishierigen Etappen-Platzierungen über die Ränge eins und zwei, wobei Pogacar knapp vorne liegt.
Florian Lipowitz war gegen den Angriff des Dominators ebenso machtlos. Der Vorjahresdritte verlor als Siebter auf den 195,9 Kilometern erneut wertvolle Sekunden und liegt nun 53 Sekunden hinter Pogacar auf Gesamtrang sieben.
Unzufrieden zeigte sich Lipowitz dennoch nicht. „Es war ein sehr harter Tag. Der Start war sehr schnell und ich hatte mit der Hitze zu kämpfen“, sagte der Deutsche nach der Zielankunft bei der ARD und fügte hinzu: „Das Team hat einen super Job mit Eis und Wasser gemacht. Am letzten Anstieg hieß es dann, so lange wie möglich dranbleiben. Ich bin happy mit heute. Ich freue mich, dass es jetzt zwei Tage flacher wird.“
Sein belgischer Teamkollege Remco Evenepoel beim deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe kam zeitgleich, aber direkt hinter dem Ulmer an.
Pogacar feiert seinen 22. Tour-Etappensieg
Auf der dritten Etappe dauerte es zuvor ungewöhnlich lange, bis sich eine Ausreißergruppe absetzen konnte. Zwischenzeitlich hatten sich unter anderem Georg Zimmermann (Lotto Intermarché) und sechs weitere Fahrer nach vorne gearbeitet.
Der Vorstoß war allerdings nur von kurzer Dauer, das Peloton schloss die Lücke wenig später wieder. Erst nach rund 70 Kilometern gelang schließlich die entscheidende Attacke. 18 Akteure konnten sich vom Hauptfeld lösen und den Grundstein für die Fluchtgruppe legen.
Dabei war auch der Franzose Alex Baudin (EF Education-EasyPost), der mit seiner Gruppe zeitweise vor den Gesamtklassement-Fahrern und damit virtuell im Gelben Trikot fuhr. Eine Weile hielt die Spitzengruppe ihr Polster bei 2:50 Minuten und bestimmte das Renngeschehen. Doch als die Teams der Favoriten im Hauptfeld das Tempo erhöhten, schmolz der Abstand rasch dahin, ehe die Ausreißer wieder gestellt wurden. Die letzten 40 Kilometer standen dann unter besonderen Vorzeichen.
Wegen der Waldbrände in den Pyrenäen waren die Zuschauer aufgefordert, nicht an die Strecke zu kommen. So spielte sich das Finale der Etappe in einer teils gespenstischen Atmosphäre ab. Pogacar hingegen ließ sich davon nicht beeindrucken und stellte seine Ausnahmeklasse einmal mehr unter Beweis.
Mit seinem Erfolg feierte der Slowene den 22. Etappensieg seiner Karriere bei der Tour de France – zugleich war es sein erster Triumph bei der diesjährigen Ausgabe. Auf der zweiten Etappe hatte er für Schlagzeilen gesorgt, als er hinter seinem Teamkollegen Isaac del Toro zurücksteckte.
Nun kehrte del Toro den Spieß um und zog seinen Kapitän den letzten Berg hinauf. „Dank Isaac habe ich heute gewonnen”, bedankte sich Pogacar im Nachhinein artig: „Er hat mir am Ende die Extrapower gegeben. Er hat wie das ganze Team mehr als 100 Prozent gegeben. Nach der Hälfte der Etappe haben wir beschlossen, auf den Sieg zu gehen. Ich bin so froh, dass es geklappt hat. Jedes Mal, wenn ich das Gelbe Trikot erhalte, ist das etwas ganz Besonderes. Ich weiß nicht, wie lange ich es behalten werde. Aber ich werde jeden Moment darin genießen.“
Tour de France: So sieht das vierte Teilstück aus
Am morgigen Dienstag führt die vierte Etappe der Tour de France 2026 das Peloton über 182 Kilometer von Carcassonne nach Foix.
Mit rund 2700 Höhenmetern zählt das Teilstück zu den anspruchsvolleren der ersten Rennwoche und dürfte vor allem Ausreißern in die Karten spielen. Die Strecke verläuft durch die eindrucksvolle Landschaft der Katharerburgen am Rand der Pyrenäen.
Unterwegs warten zwei Bergwertungen der zweiten Kategorie. Die letzte Kletterpassage endet unmittelbar unterhalb des berühmten Château de Montségur, ehe das Profil auf den letzten Kilometern deutlich flacher wird.
Das Finale in Foix verspricht deshalb gute Chancen für eine erfolgreiche Fluchtgruppe – oder für spurtschnelle Klassikerfahrer, die auch im hügeligen Terrain bestehen können.