Tadej Pogacar hat die 19. Etappe der Tour de France gewonnen und den ersten Showdown am legendären Schlussanstieg nach Alpe d’Huez für sich entschieden.
Tour de France: Pogacar liefert Machtdemonstration bei Berg-Spektakel
Machtdemonstration bei Berg-Spektakel
Der Gesamtführende vom UAE Team Emirates-XRG setzte sich weniger als einen Kilometer vor dem Ziel mit einer entscheidenden Attacke ab und feierte bereits seinen fünften Etappensieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt.
„Es ist echt cool, hier oben zu gewinnen. Es war eine wahnsinnige Atmosphäre auf dem Anstieg“, freute sich Pogacar, der zum ersten Mal überhaupt in Alpe d’Huez gewann und damit allen Schwächegerüchten trotzte. „Vielen Dank an das gesamte Team, dass ich es am Ende doch noch geschafft habe. Ich bin superglücklich, den Sieg geholt zu haben.“
Lenny Martinez (Bahrain Victorious) folgte sechs Sekunden hinter dem Sieger als Zweiter, Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) musste sich nach seinem Triumph am Vortag mit Rang drei begnügen.
Tour de France: Auf dem Schlussanstieg zeigt Pogacar seine Klasse
Vor einer sagenhaften Kulisse von einer halben Million Menschen an den legendären 21 Alpenkehren eröffnete Pogacar rund elf Kilometer vor dem Ziel und nur knapp zwei Kilometer nach Beginn des Anstiegs die Offensive.
Bei einem Rückstand von mehr als zwei Minuten auf die Spitzengruppe nahm der Slowene die Verfolgung auf. Remco Evenepoel, Paul Seixas und Isaac del Toro konnten dem Tempo des Titelverteidigers nicht folgen.
„Heute hat er seine stärkste Leistung der ganzen Tour gezeigt“, lobte die deutsche Radsport-Legende Jan Ullrich bei Eurosport.
In der Gesamtwertung führt Pogacar vor der zweiten und noch schwereren Alpe-d’Huez-Etappe am Samstag mit 7:11 Minuten vor Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe). Der belgische Kapitän des deutschen Red-Bull-Teams nahm als Tagessechster den weiteren Rivalen erneut Zeit ab.
Pogacar kurz vor historischem Triumph
Im Kampf um den Gesamtsieg ist das aber nebensächlich: Es scheint unmöglich, dass Pogacar das Gelbe Trikot ohne Unfall noch verliert – und seinen historischen fünften Gesamtsieg einfährt. Damit würde er zu den Rekordchampions Anquetil, Merckx, Hinault und Indurain aufschließen.
Gesamtdritter bleibt Pogacars mexikanischer Teamkollege del Toro (+9:42), der knapp hinter Evenepoel ins Ziel kam. Frankreichs Supertalent Seixas verpasste einen Coup auf der größten Bühne des Radsports und bleibt nach Platz neun Gesamtvierter (+10:06). Den Franzosen droht die nach 1926 und 1999 erst dritte Tour ohne Etappensieg.
Am Samstag geht es erneut hinauf nach Alpe d’Huez, allerdings auf einer anderen Route und über eine deutlich schwerere Anfahrt. Am Abend sollte dann der Sieger der Tour feststehen, die am Sonntag in Paris endet.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)