Jasper Philipsen hat auf der elften Etappe der Tour de France nach Nevers eine bizarre Achterbahnfahrt der Urteile erlebt. Im Massensprint kam der Belgier von Alpecin-Premier Tech als Dritter hinter dem Sieger Sören Waerenskjold und Olav Kooij ins Ziel. Kurz darauf tauchte er in den Resultaten jedoch plötzlich weit hinten auf.
Tour de France: Scharfe Kritik nach Sprint-Posse
Scharfe Kritik nach Sprint-Posse
Die Rennjury hatte Philipsen wegen zweier Aktionen im Finale zunächst aus der Wertung genommen. In der hektischen Anfahrt kam es erst zu einem Kontakt mit dem Sprinter Pavel Bittner vom Team Picnic-PostNL, anschließend soll Philipsen Biniam Girmay mit dem Ellbogen berührt haben.
Nach dem Protest seines Teams und einer erneuten Videoüberprüfung wurde die Entscheidung aber zurückgenommen – Philipsen blieb Dritter und erhielt am Ende keine Verwarnung. Genau dieser Zickzackkurs brachte Ex-Profi Eddy Planckaert auf die Palme. Der frühere Gewinner des grünen Trikots griff die Kommissäre öffentlich an und zweifelte an deren Kompetenz.
Tour de France Planckaert schießt gegen die Jury
„Ich habe einmal zu jemandem bei der Tour gesagt, der mir eine Strafe gegeben hat, und ich sage es wieder: Sie kennen den Unterschied zwischen einer Kuh und einem Pferd nicht“, polterte Planckaert in der VRT-Sendung Vive le Vélo: „Du brauchst dort Leute, die etwas davon verstehen. Da müssen zwei Sprinter sitzen, die eine Ahnung haben. Ein Sprinter würde das niemals missbilligen.“
Für Planckaert gehört ein gewisses Maß an Körperkontakt zur Realität eines Hochgeschwindigkeits-Sprints: „Wenn du dafür disqualifiziert wirst, also Jungs. Dann müsst ihr nur noch Zeitfahren oder Bergetappen organisieren.“ Auch andere Stimmen im Fahrerlager kritisierten die fehlende Linie bei der Auslegung der Sprint-Regeln.
Alpecin-Teamchef Philip Roodhooft blieb trotz des Wirbels diplomatisch: „Ich denke, Konstanz ist der Schlüssel zu jeder Regel. Wenn sie nicht für jeden gleich angewendet wird, dann gibt es Ärger.“ Einen Sonder-Blick auf Philipsen wollte er jedoch nicht gelten lassen: „Aber ich glaube nicht, dass irgendjemand ein spezielles Auge auf Jasper hat.“