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Tour de France: Seixas? Legende hat mehr erwartet

Seixas? Legende hat mehr erwartet

Platz vier bei der Tour-Premiere - doch Bernard Thévenet bremst den Hype um Paul Seixas und hebt dessen Rivalen Isaac Del Toro hervor.
Tadej Pogačar gewinnt die Tour de France 2026 souverän zum fünften Mal. Während der Slowene in Paris triumphiert, müssen Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz ihre Tour nach schweren Stürzen vorzeitig beenden.
Platz vier bei der Tour-Premiere - doch Bernard Thévenet bremst den Hype um Paul Seixas und hebt dessen Rivalen Isaac Del Toro hervor.

Bernard Thévenet bremst nach der Tour de France die Euphorie um Paul Seixas: Der 19-Jährige beendete seine erste Große Schleife zwar auf Rang vier der Gesamtwertung, verpasste aber das Podium.

Der zweimalige Toursieger Thévenet (1975 und 1977) attestiert Seixas bei Cyclism Actu eine „guten“ Rundfahrt, sieht jedoch auch verpasste Chancen – vor allem im direkten Vergleich mit Isaac Del Toro, der in Paris Dritter wurde und das Weiße Trikot als bester Jungprofi holte.

Tour de France: Seixas muss sich Del Toro geschlagen geben

„Er hat sich gut geschlagen. Ja, er hat geliefert“, bilanzierte Thévenet, erklärte aber auch: „Man hat vielleicht ein bisschen mehr erwartet. Wir haben uns vielleicht über den Wert von Del Toro geirrt, am Ende. Wir haben Paul Seixas als Dritten gesehen – und selbst da: Wenn Vingegaard nicht gestürzt wäre, wäre er vielleicht noch ein Stück weiter hinten gelandet. Ich glaube, wir haben ihn am Anfang der Tour vielleicht ein bisschen zu gut gesehen. Nicht er, wir haben uns in seinem Wert geirrt. Alle haben sich beeindrucken lassen.“

Tatsächlich war Seixas über Wochen einer der großen Blickfänge der Rundfahrt, gelobt von Rivalen – und auch von Tour-Direktor Christian Prudhomme. Doch in der Gesamtwertung blieb der junge Franzose am Ende hinter den etablierten Namen zurück: Tadej Pogacar holte den Gesamtsieg vor Remco Evenepoel, Del Toro sicherte sich als Jungprofi das Podium.

Thévenet warnt bei Seixas

So hart der erste Eindruck klingt, so sehr relativiert Thévenet seine Kritik anschließend – und warnt vor überzogenen Erwartungen. „Klar ist: Er hat ein Potenzial, das den anderen weit überlegen ist. Aber man darf sich auch nicht zu sehr hinreißen lassen. Man darf ihm nicht den Sieg bei der Tour de France geben, bevor er sie gewonnen hat. Das weiß er übrigens sehr genau. Er hat gemerkt, dass er noch Arbeit vor sich hat, dass er noch Reife braucht, bevor er die Tour de France gewinnen kann. Ich denke, in den nächsten zwei oder drei Jahren wird er die Tour de France gewinnen.“

Für Thévenet bleibt Seixas’ Debüt vor allem eine Lehrzeit auf höchstem Niveau – trotz Platz vier. „Es war seine erste Grand Tour und obendrein die Tour de France – das ist das schwerste Rennen der Welt. Im Moment war er eher da, um zu beobachten, als als potenzieller Sieger. Er liegt hinter den besten Fahrern der Welt, also steht er nicht auf dem Podium, aber er ist gut platziert. Für mich war es ein bisschen früh, er ist ein bisschen jung – aber wenigstens hat es ihm erlaubt, Erfahrung zu sammeln und ein Jahr gegenüber dem kommenden Jahr zu gewinnen.“