Diese Strafe sorgt für großes Unverständnis: Sprint-Star Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) ist auf der elften Etappe der Tour de France nachträglich von Rang drei zurückgestuft und zusätzlich mit einer Gelben Karte belegt worden.
Etappen-Ergebnis bei Tour de France revidiert!
Etappen-Ergebnis revidiert!
Der Belgier, Gewinner des Grünen Trikots 2023 und zehnmaliger Tour-Etappensieger, wurde im offiziellen Klassement bis ans Ende der ersten Gruppe auf Platz 119 gesetzt, die Zähler für das Grüne Trikot sind damit ebenfalls weg. Den Tagessieg im Massensprint holte sich Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) vor Olav Kooij (Decathlon CMA CGM), Dritter ist nach der Korrektur nun Milan Fretin (Cofidis).
Die Jury nannte zunächst keinen detaillierten Grund, veröffentlichte aber das revidierte Ergebnis. Philipsen schien im hektischen Zielsprint leicht die Linie zu wechseln und geriet dabei in Kontakt mit Pavel Bittner (Picnic PostNL). Zudem traf sein Ellenbogen Biniam Girmay (NSN).
Diese beiden Vergehen könnte die Jury dem Belgier als irreguläres Sprinten ausgelegt haben und ihn dementsprechend bestraft haben. Die Etappe selbst wurde bei extrem hohem Tempo zur schnellsten der Tour-Geschichte (ohne Zeitfahren) – im Schnitt 50,9 km/h.
Tour de France: Strafe sorgt für Ratlosigkeit
Am Alpecin-Premier-Tech-Bus herrschte kurz nach dem Ziel zunächst Ratlosigkeit. Teamchef Philip Roodhooft sagte: „Wir wissen eigentlich nicht, warum es eine Strafe gab. Deshalb habe ich gesagt, dass wir besser aus dem Bus gehen und auch allen sagen, dass wir es auch nicht wissen.“
Und weiter: „Unsere Fahrer sind zurück zum Auto, um zu sehen, welche Phase des Sprints die Jury überhaupt meint. Wahrscheinlich haben wir das nicht gesehen, denn wir sehen nur eine Bewegung, bei der er Jasper berührt – oder besser gesagt, bei der ein Fahrer von Picnic PostNL Jasper berührt. Wir haben es also nicht wirklich gesehen, aber es könnte dieser Moment im Sprint gewesen sein.“
Für Philipsen ist es bereits die zweite Zurückstufung bei einer Tour-Etappe binnen drei Jahren: Schon auf Etappe sechs der Ausgabe 2024 war er nach einem Sprint-Manöver bestraft worden.
Bei dieser Tour ist es die erste Bestrafung überhaupt. Auch deshalb wurde sein Teamchef gefragt, ob die Jury ein besonderes Auge auf Philipsen habe: „Hoffen wir, dass das nicht der Fall ist. Wenn es so wäre, wäre das für alle eine komplizierte Situation. Jede Phase muss objektiv beurteilt werden, und wir sind überzeugt, dass die Jury genau das tut.“