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Tour de France: Verbot beim Auftakt! Verband greift durch

„Ice-Socks“-Verbot sorgt für Wirbel

Beim Tour-Auftakt in Barcelona sorgt ein Verbot der UCI für Aufsehen. Die Radprofis müssen trotz 30 Grad ihre Kühlpacks aus dem Rennanzug entfernen.
Jonas Vingegaard holt sich bei der Auftaktetappe der 133. Tour de France in Barcelona das Gelbe Trikot. Aus deutscher Sicht muss Florian Lipowitz einen kleinen Rückschlag einstecken.
Beim Tour-Auftakt in Barcelona sorgt ein Verbot der UCI für Aufsehen. Die Radprofis müssen trotz 30 Grad ihre Kühlpacks aus dem Rennanzug entfernen.

Der internationale Radsport-Verband (UCI) hat beim Auftakt-Teamzeitfahren der Tour de France in Barcelona rigoros durchgegriffen: Direkt vor der Startrampe stoppten Kommissäre mehrere Fahrer und zwangen sie, sogenannte „Ice Socks“ („Eis-Socken“) aus dem Anzug zu entfernen.

Das passierte ausgerechnet bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, als im Warm-up-Bereich ohnehin jedes Kühlmittel wie beispielsweise Eiswesten oder Sprühnebel-Ventilatoren gefragt war.

Die Ice Socks sind im Peloton ein bewährter Trick. Dabei handelt es sich nicht um klassische Socken, sondern um abgeschnittene Strumpfhosen, die mit Eiswürfeln gefüllt und verknotet werden und meist im Rückenbereich des einteiligen Rennanzugs angebracht werden. Der Kältereiz senkt die Körpertemperatur vor dem Start, ehe das Schmelzwasser im Laufe des Rennens ebenfalls eine Kühlung darstellen soll. Gerade bei heißen Tour-Tagen gelten die Beutel als Standard – nicht als aerodynamische Hilfe.

Radsportverband begründet Verbot: „Man muss eine Grenze ziehen“

Die Begründung der UCI fiel trotzdem eindeutig aus. „Es verändert die Morphologie der Fahrer“, erklärte ein Kommissär im Gespräch mit Cyclingnews, nachdem er gerade Victor Campenaerts vom Team Visma | Lease a Bike gestoppt hatte. Dabei verwies er vor allem auf das Thema Fairness. „Ich weiß, es ist nur eine Kleinigkeit, aber man muss eine Grenze ziehen. Wenn man es manchmal zulässt, manchmal aber nicht, ist das nicht fair. Und wenn man ein bisschen zulässt, könnten die Fahrer mehr nehmen“, erklärte er die Problematik.

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Grundlage ist die Regel, wonach Kleidung und Zusatzelemente die „Morphologie“, also die Form, die der Körper der Fahrer mit ihrem Rennanzug bildet, nicht verändern dürfen. Alle „nicht wesentlichen“ Elemente unter dem Rennanzug sind verboten.

Teams erkennen striktere Regelauslesung

Red Bull-BORA-hansgrohe betrachtet die Maßnahme als Teil einer strengeren Regeldurchsetzung. „Die Regeln besagen nun ausdrücklich, dass nur ein Funkgerät an der Vorderseite angebracht sein darf“, erklärte Ausrüstungsmanager Dan Bigham.

Auch bei Visma | Lease a Bike erkennt man eine striktere Linie bei den Kontrolleuren. „Seit letztem Jahr wird ziemlich streng darauf geachtet, was man unter dem Anzug trägt“, sagte Jenco Drost.

Dass von der Tour de Suisse noch Fotos mit Eis-Packs im Trikot kursieren, unterstreicht allerdings das Kernproblem: Die Auslegung wirkt weiterhin nicht überall identisch umgesetzt.