Jonas Vingegaard hat die Tour de France 2026 auf der 15. Etappe Richtung Plateau de Solaison nach einem schweren Sturz abrupt verlassen müssen. Der zweifache Tour-Sieger zog sich dabei einen Bruch des Schlüsselbeins zu und musste aus dem Rennen genommen werden. Im Peloton löste der Ausfall ein Beben aus, weil der Däne bis dahin zu den zentralen Figuren im Kampf um das Gelbe Trikot gehörte.
Tour de France: Vingegaard-Sturz? "Das Motorrad hat uns in die Irre geführt"
Vingegaard-Sturz: Kollege wird deutlich
Noch während der Etappe rückten die Umstände des Unfalls in den Mittelpunkt. Nach Darstellung von Visma-Lease a Bike ging dem Sturz ein heikler Moment im Bereich einer Richtungsinsel in einer Rechtskurve voraus – bei sehr hohem Tempo an der Spitze der Favoritengruppe. Ein Organisations-Motorrad unmittelbar vor dem Feld soll seine Linie plötzlich verändert haben, woraufhin auch Davide Piganzoli und Vingegaard die Haftung am Vorderrad verloren.
Vingegaard selbst blieb in der Bewertung zurückhaltend, aber deutlich: „Der Motorradfahrer hat vielleicht einen Fehler gemacht, aber man kann sich nicht blind auf Motorräder verlassen. Wir müssen unsere eigenen Entscheidungen treffen. Fehler sind menschlich; daran können wir jetzt nichts mehr ändern.“
Jorgenson mit kritischen Worten
Matteo Jorgenson wurde konkreter: „Ich glaube, das Motorrad hat uns ein wenig in die Irre geführt: Es hat in der Kurve sozusagen einen Kurswechsel vollzogen und ist schließlich links um die Verkehrsinsel herumgefahren.“ Und weiter: „Victor (Campenaerts) ist dieser Linie gefolgt und das war natürlich nicht die flüssigste Linie, die rechts gewesen wäre. Wir mussten also hart bremsen. Danach gab es sicher einen Dominoeffekt.“
Jorgenson machte keinen Hehl daraus, dass ihn die wiederkehrende Nähe der Begleitfahrzeuge in schnellen Passagen ärgert – insbesondere, wenn Teams vorne das Tempo hochhalten.
Für Visma-Lease a Bike wiegt der Zwischenfall doppelt schwer, weil Vingegaard ohnehin angeschlagen wirkte: In der Nacht vor der Etappe war er nach eigener Aussage um 2 Uhr morgens zu einer unangekündigten Anti-Doping-Kontrolle geweckt worden. Wenige Stunden später endete seine Tour nach dem Sturz und der Schlüsselbeinfraktur vorzeitig.