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Florian Lipowitz: "Nicht schön, wenn man sein Handy anmacht und das liest"

Lipowitz: „Nicht so schön“

Zwischen Florian Lipowitz und Remco Evenepoel lief zuletzt nicht immer alles harmonisch. Nun spricht der deutsche Tour-Star darüber, wie er den Wirbel erlebt hat - und wie der Konflikt beigelegt wurde.
Die 15. Etappe der Tour de France hat es in sich! Remco Evenepoel holt überraschend den Sieg und Jonas Vingegaard erlebt einen folgenschweren Sturz.
Zwischen Florian Lipowitz und Remco Evenepoel lief zuletzt nicht immer alles harmonisch. Nun spricht der deutsche Tour-Star darüber, wie er den Wirbel erlebt hat - und wie der Konflikt beigelegt wurde.

Florian Lipowitz und Remco Evenepoel bilden bei Red Bull-Bora-hansgrohe ein charakterlich ungleiches Duo, was durchaus zu kleineren Turbulenzen führen kann. So beispielsweise nach der sechsten Etappe der diesjährigen Tour de France, als Evenepoel öffentlich die fehlende Unterstützung von Lipowitz bemängelte.

„Ja, ich war wütend, und das zu Recht“, machte er im Portal Sporza deutlich. „Ich hatte um einen Lead-out gebeten und ihn nicht bekommen“, so sein Vorwurf. Zwar bestätigte Teamchef Ralph Denk, dass die Sache zwischen den beiden längst ausgeräumt sei, jedoch hatte sie Lipowitz zunächst trotzdem beschäftigt.

„Es ist natürlich nicht so schön, wenn man sein Handy anmacht und dann viele Dinge über sich liest. Man versucht das zu vermeiden, bekommt es aber trotzdem mit, wenn im Internet über die eigene Person sowas steht. Das liest man nicht ganz so gern“, erklärte der deutsche Rad-Star im Interview mit der Bild.

Tour de France: Lipowitz nicht mehr sauer auf Evenepoel

Nun sei das Thema jedoch für ihn abgeschlossen. „Am Ende haben wir zusammengefunden. Ich glaube, man kann keinem böse sein. Es war eine harte Etappe und gesagt hat er es eine halbe Stunde nach dem Ziel. Und da kann es auch mal zu Missverständnissen kommen“, zeigte sich Lipowitz verständnisvoll.

„An den vergangenen Tagen war zu sehen, dass wir gut miteinander harmonieren. Am Ende des Tages ist so ein Team aber wie eine Familie, wo man die Dinge ja auch zuerst intern klärt“, sieht er zudem eine positive Entwicklung.

Zum klärenden Gespräch sei es auf der Massagebank gekommen. „Wir haben ganz kurz miteinander gesprochen, als er bei der Massage war. Wir hocken jeden Tag morgens und abends am Esstisch. Man spricht auch da miteinander, tauscht sich aus, wie auch im Auto zum Start oder vom Ziel ins Hotel. Da ist aber kaum die Chance, unter sich zu sein. Daher bei der Massage“, führte Lipowitz aus. Er und Evenepoel seien „reif genug, das ordentlich und fair zu klären“.

Tour de France: Lipowitz und Evenepoel harmonieren wieder als Duo

Die nun wieder harmonischere Stimmung der beiden wurde auf den letzten Etappen deutlich. So sah man beispielsweise Lipowitz für Evenepoel Flaschen holen, als kein Teamkollege mehr vorne vertreten war. Beim Sieg des Belgiers auf der 15. Etappe übernahmen beide in ihren Gruppen keine Tempoarbeit, wovon sie indirekt gegenseitig profitierten. „Die zwei haben sich extrem fair zueinander verhalten. So macht man das. Es ist ganz sauber gelaufen“, lobte ARD-Experte Fabian Wegmann in diesem Zusammenhang.

Lipowitz kündigte zudem an, für den in der Gesamtwertung besser positionierten Evenepoel fahren zu wollen. „Remco hat definitiv gezeigt, dass er ganz vorn mitfahren kann und am Dienstag kommt seine Spezialdisziplin“, sagte er im Rahmen einer Medienrunde. „Ich bin dann auch happy, ihm dabei zu helfen“, erklärte der Deutsche in Hinblick auf die letzte Tour-Woche.

Evenepoel liegt in der Gesamtwertung fünf Minuten hinter Pogacar auf dem zweiten Rang, Lipowitz folgt mit weiteren 1:48 Minuten Rückstand an Position fünf.