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Tour de France: Pogacar löst mit Blick Diskussionen aus

Pogacar-Blick löst Diskussionen aus

Pogacar schüchtert am Col de Sarenne einen Mistreiter mit einem deutlichen Blick ein. TV-Experten diskutieren die Szene.
Die vorletzte Etappe des Radsportklassikers bot noch einmal ordentlich Spektakel. Dabei blickt das Feld bereits auf das große Finale in Paris.
Pogacar schüchtert am Col de Sarenne einen Mistreiter mit einem deutlichen Blick ein. TV-Experten diskutieren die Szene.

Tadej Pogacar hat auf dem Weg zu seinem möglichen fünften Tour-Triumph einmal mehr gezeigt, dass bei ihm nichts dem Zufall überlassen wird. Obwohl der Slowene im Gesamtklassement mehr als sechs Minuten Vorsprung auf Remco Evenepoel mitbrachte, kontrollierte er die Königsetappe von Le Bourg-d’Oisans nach Alpe d’Huez über weite Strecken. Den Tagessieg holte sich Richard Carapaz, das Gelbe Trikot suchte den ganz großen Punch diesmal nicht.

Stattdessen stellte sich Pogacar sichtbar in den Dienst seines Teamkollegen Isaac Del Toro – und damit auch in den Dienst der Podiumsverteidigung. Als Fahrer von Decathlon CMA CGM versuchten, Del Toro unter Druck zu setzen, um Paul Seixas eine Tür zum Podium zu öffnen, reagierte Pogacar sofort. 26 Kilometer vor dem Ziel, in den Rampen am Col de Sarenne, zog Nicolas Prodhomme an – und kassierte prompt einen auffälligen Blick des Tour-Leaders.

Prodhomme nahm der Szene nach der Ankunft die Brisanz: „Ich habe gemerkt, dass er mir zeigen wollte, dass er fahren will, nur damit ich nicht vorbeikomme und ich nicht versuche, das Rennen härter zu machen. Das war unser Rennen, das war das Spiel. Da ist nichts Böses dabei.“

Und weiter: „Das war nur ein bisschen Einschüchterung. Vielleicht ist er überrascht, dass ich das mache.“ Sportlich ging der Plan sowieso nicht auf: Seixas musste in der Schlusssteigung abreißen lassen und verpasste das Podium, beendete seine erste Tour aber als starker Vierter der Gesamtwertung – mit 19 Jahren.

TV-Experten diskutieren Pogacars Blick

Die kurze Konfrontation blieb auch am Mikrofon nicht unbemerkt. „Er hat ihn angeschaut, ganz klar!“, rief Journalist Alexandre Pasteur bei France 2. Die Ex-Radrennfahrerin Marion Rousse konterte: „Er darf machen, was er will.“ Als Pasteur nachhakte – „Wer? Prodhomme?“ – legte er nach: „Natürlich! Offensichtlich! Er hat nichts falsch gemacht.“

Auch der ehemalige Rad-Star Laurent Jalabert bewertete den Moment als Teil des Rennalltags und nahm die Schärfe aus der Diskussion: „Da gibt es überhaupt kein Problem. So läuft das im Sport, man versucht, sich gegenseitig zu beeindrucken.“

Trotzdem sorgte die Sequenz nach der Etappe für reichlich Gesprächsstoff – und rückte Pogacars demonstrativen Kontrollanspruch im Kampf um die Top-Plätze erneut in den Fokus.