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Auch Jan Ullrich schaltet sich in den Doping-Zoff bei der Tour de France ein

Tour-Zoff: Ullrich schaltet sich ein

Die nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France schlagen hohe Wellen. Ex-Champion Jan Ullrich macht einen Vorschlag, der seiner Meinung nach mehr Fairness garantieren würde.
Jan Ullrich äußerte sich zu den nächstlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France
Jan Ullrich äußerte sich zu den nächstlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France
© IMAGO/Panama Pictures
Die nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France schlagen hohe Wellen. Ex-Champion Jan Ullrich macht einen Vorschlag, der seiner Meinung nach mehr Fairness garantieren würde.

Die deutsche Radsport-Legende Jan Ullrich hat eine klare Meinung zu den nächtlichen Dopingkontrollen, die bei der Tour de France für großes Aufsehen gesorgt haben.

„Wenn man so was macht, dann nimmt man die ersten Zehn im Gesamtklassement – dann hat man zehn Teams und muss einfach ein bisschen investieren – und kontrolliert die alle zur gleichen Zeit in derselben Nacht“, erklärte der 52-Jährige im Podcast „Ulle & Rick“. Ein solches Vorgehen stelle sicher, „dass der Wettbewerb nicht verzerrt wird“.

In der Nacht auf Sonntag waren die Topstars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard im Zeitfenster zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens getestet worden, in welchem Kontrollen nur bei „ernsthaften und konkreten Verdachtsmomenten, dass der Fahrer in Dopingaktivitäten verwickelt sein könnte“ erlaubt sind.

Bei der anschließenden Etappe stürzte Vingegaard schwer und musste die Tour daraufhin aufgeben. Pogacar mutmaßte daraufhin, dass der Schlafmangel zum üblen Sturz des Dänen beigetragen haben könnte.

Tour de France: Ullrich kritisiert Vingegaard-Test

Auch Ullrich sieht den Zeitpunkt bei Vingegaard, der um 2 Uhr nachts getestet worden war, kritisch. „Jonas hat gesagt, er war so nach 40 Minuten durch, aber er konnte nicht mehr einschlafen. Er ist völlig aus dem Rhythmus gekommen und er hat ganz wenig geschlafen“, meinte der frühere Rad-Star.

Weiter betonte Ullrich: „Auf alle Fälle war das ein Handicap und das hat man auch bei den Abfahrten gesehen. Er ist schlechter runtergefahren als sonst die Tage.“

Zudem wies Ullrich darauf hin, dass sich Dopingkontrollen in der Nacht besonders in die Länge ziehen könnten. „Ich musste immer so um 2 oder 3 Uhr auf Toilette. Dann musst du die ganze Nacht erst mal nicht mehr pinkeln. Wenn die dann zehn Minuten danach bei dir klopfen – bis du wieder pinkeln musst, ist es 6 oder 7 Uhr und du darfst ja dann auch nicht mehr ins Bett gehen. Die müssen dich unter Beobachtung haben“, führte er aus.

Ullrich: „Dann ist es wieder fair“

Vor diesem Hintergrund plädierte Ullrich erneut für seinen Vorschlag, die ersten zehn Fahrer aus der Gesamtwertung zur gleichen Zeit zu testen.

„Dann ist alles gut, da beschwert sich auch gar keiner, die machen ja schon alles mit. Es hat auch keiner was zu verbergen. Dann hat man alle zehn, die sind im gleichen Boot, haben die Kontrolle zur gleichen Zeit, müssen alle wieder ins Bett gehen – und dann ist es wieder fair“, erklärte der Tour-Sieger von 1997, der vor drei Jahren selbst den Dopingbetrug gestand, wegen dem all seine Ergebnisse seit Mai 2005 annulliert sind.

Podcast-Partner Rick Zabel lobte den Vorschlag von Ullrich und meinte: „Wenn man alle gleichzeitig testet, dann hat man beides: einen fairen Wettkampf im Gesamtklassement und gleichzeitig hat man eine wichtige Message und ein wichtiges Zeichen für einen sauberen Radsport gesetzt.“