Trotz der sich rasch ausbreitenden Waldbrände im Südwesten Frankreichs findet die dritte Etappe der Tour de France am Montag statt, wird aber mit angepasster Streckenführung und nach dem Grenzübertritt von Spanien nach Frankreich ohne Zuschauer ausgetragen. Dies teilte die verantwortliche Präfektur der Region Pyrénés-Orientales am Sonntagabend mit.
Drastische Tour-Änderung durch Waldbrände
Drastische Tour-Änderung durch Brände
Weil sich das Feld innerhalb eines 50-km-Radius zur Brandregion bewegt, werde die Bevölkerung gebeten, sich nicht an die Strecke zu begeben. Die kurze Bergankunft im Pyrenäen-Ort Les Angles wird für die Öffentlichkeit gesperrt. Auch die beliebte Werbekarawane rollt am Montag nicht dem Feld voraus.
Tour de France: So wird die 3. Etappe verändert
Der Waldbrand in der Region hat mittlerweile eine Fläche von etwa 1500 Hektar erfasst, die Flammen lodern knapp 70 Kilometer vom Zielort entfernt und breiten sich immer weiter aus. 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Departementstraße 66, die planmäßig vom Peloton befahren werden sollte, ist gesperrt.
„Das Feuer hat wieder an Intensität zugenommen, alle Mittel werden mobilisiert, um es einzudämmen“, sagte Regnault de la Mothe. In Südfrankreich wird in der kommenden Woche eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad erwartet, in der Gegend herrscht zudem seit Wochen Trockenheit.
Waldbrände könnten für noch mehr Probleme sorgen
Laut der Tour-Organisatoren wurde in der 123 Jahre langen Geschichte der Rundfahrt noch nie eine Etappe wegen Waldbränden abgesagt.
Tour-Direktor Christian Prudhomme bestätigte angesichts der Gefahren bereits, dass Etappen möglicherweise angepasst werden könnten. Auch die vierte Etappe am Dienstag, die zwischen Carcassonne und Foix durch Okzitanien führt, wo wegen Hitze und Dürre ebenfalls hohe Waldbrandgefahr herrscht, ist bedroht.