Ex-Weltmeisterin Angelina Köhler ist zwei Jahre nach ihrem Olympia-Trauma in Paris auf das EM-Podium geschwommen.
Deutscher EM-Coup! 33 Jahre nach Franziska van Almsick jubelt nun sie
EM-Coup für Köhler!
Die 25 Jahre alte Berlinerin sicherte sich über 100 m Schmetterling in der französischen Hauptstadt, wo sie bei den Sommerspielen 2024 noch den bitteren vierten Platz belegt hatte, in 56,39 Sekunden Silber und damit ihr erstes europäisches Edelmetall auf der Langbahn.
Zugleich war es die erste Medaille einer deutschen Schwimmerin auf dieser Strecke seit 33 Jahren, 1993 hatte Franziska van Almsick in Sheffield Silber gewonnen.
„Mir geht es richtig toll! Wenn es einem nach einem EM-Silber nicht toll gehen kann, dann weiß ich auch nicht. Es war der absolute Mega-Hammer. Endlich bin ich so schnell geschwommen, wie ich es kann“, sagte Köhler nach ihrem Silber-Coup.
Wie es jetzt weitergeht? „Mal schauen, ich kann leider nicht richtig feiern oder was trinken gehen, weil wir hier ja noch immer auf einer Maßnahme sind. Am liebsten würde ich natürlich gerne mit einem Champagner anstoßen, aber das geht erst am Sonntag. Deshalb werde ich mir was Schönes, Gutes zu Essen holen, morgen einen Tag mit der Familie verbringen und mich dann wieder ein bisschen locker schwimmen für die Staffel.“
Köhler schwimmt zu Silber
Köhler, die als schnellste Europäerin auf ihrer WM-Goldstrecke von 2024 angereist war, hatte bereits als Zweite der Halbfinals Hoffnungen auf das nächste deutsche Edelmetall im Centre Aquatique Olympique geweckt.
Im Endlauf musste sie sich am Freitag nur der belgischen Titelverteidigerin Roos Vanotterdijk (56,08) geschlagen geben. Bronze ging an die Russin Daria Klepikowa (56,76). Auf der Kurzbahn hatte sie zuvor über die 100 m und die doppelte Distanz 2023 EM-Silber und -Gold gewonnen.
Vor zwei Jahren hatte Köhler während der Sommerspiele im Rugbystadion La Défense eine Enttäuschung erlebt: Im Finale über 100 m Schmetterling hatte Köhler den bitteren vierten Platz hinter Zhang Yufei belegt, die zu den 23 Schwimmerinnen und Schwimmern gehörte, die vor Olympia 2021 in Tokio positiv getestet, aber nie gesperrt wurden.
Nach ihrer Doping-Kritik an Yufei hatte Köhler unter Beleidigungen und Bedrohungen durch Internet-Bots gelitten.
Für den Deutschen Schwimm-Verband war es das sechste Edelmetall bei den Beckenwettbewerben in Paris.
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)