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Wimbledon: Das größte Rätsel der gesamten Tennis-Tour

Das größte Mysterium der Tour

Stefanos Tsitsipas hat turbulente Wochen hinter sich. Der ehemalige Topspieler scheint an einem Tiefpunkt angekommen. Wieder einmal.
Der Auftakt in Wimbledon bot spannende Duelle, erste Überraschungen und erfolgreiche Starts mehrerer Favoriten. Auch aus deutscher Sicht gab es zum Turnierbeginn Licht und Schatten.
Stefanos Tsitsipas hat turbulente Wochen hinter sich. Der ehemalige Topspieler scheint an einem Tiefpunkt angekommen. Wieder einmal.

Stefanos Tsitsipas wurde von den Veranstaltern auch bildlich an den Rand der Aufmerksamkeit gedrängt. Sein Auftaktmatch in Wimbledon musste der 27-Jährige auf Platz 16 absolvieren. Der liegt genau zwischen dem Centre Court und Court 1, auf dem die aktuellen Stars spielen. Viele Zuschauer schlendern dort auf dem Weg zu den großen Matches vorbei. Tsitsipas hingegen musste dort gegen Hugo Gaston ran. Immerhin sprang ein Sieg heraus. Es war einer der ganz seltenen Lichtblicke der vergangenen Jahre.

Stefanos Tsitsipas, einer der besten Tennisspieler seiner Generation, steckt schlichtweg in der Krise – und das seit Jahren. Der junge Mann, den manche Bewunderer gern den „griechischen Gott“ nennen, wirkt seit langer Zeit eher wie die Hauptfigur der griechischen Tragödie – ein ratloser Held in auswegloser Lage. Kann nun ausgerechnet ein Match gegen Novak Djokovic in der 2. Runde die große Wende herbeiführen?

Genau dieser Djokovic war es, der Tsitsipas zweimal im Weg stand, als er kurz davor war, seine Karriere mit einem Grand-Slam-Erfolg zu krönen, 2021 in Paris und 2023 in Melbourne. In besonders bitterer Erinnerung ist dabei das French-Open-Finale vor vier Jahren: Tsitsipas lag 2:0 nach Sätzen vorne, der erste Grand-Slam-Titel schien zum Greifen nah, ehe Djokovic groß aufspielte und sein Traum platzte.

Was ist los mit Tsitsipas?

Bis vor Kurzem teilte Tsitsipas sich mit Alexander Zverev den Makel des unvollendeten Sandwich-Kinds der Generation zwischen Djokovic, Nadal, Federer und den neuen Ausnahmekönnern Carlos Alcaraz und Jannik Sinner. Doch während Zverev in Paris triumphierte und nun einen neuen Ruf genießt, wirkt der Traum von der Vollendung für Tsitsipas ferner denn je. Stattdessen ist der Rechtshänder das größte Rätsel der Tour.

Sein sportlicher Absturz habe auch damit zu tun, dass er seine Erfahrung nicht klug genug einsetze. „Ich habe das Gefühl, dass mich meine Erfahrung manchmal erdrückt, anstatt dass ich sie auf eine professionellere und tiefgründigere Weise nutze“, erklärte sich die ehemalige Nummer drei der Weltrangliste im vergangenen Jahr.

Nun ist er nur noch die Nummer 87 der Welt mit stark sinkender Tendenz. Tsitsipas hat sein Spiel nie weiterentwickelt und offenbart regelmäßig große Schwächen. Vor allem die Rückhand reicht oftmals nicht.

Doch in der Vergangenheit machten dem Mann auch viele Dinge außerhalb der Plätze schwer zu schaffen. Er bildete mit der Spanierin Paula Badosa einst das Tennis-Traumpaar. Dieses Kapitel endete hässlich.

Badosa rechnet mit Tsitsipas ab

Badosa rechnete nun mit ihrem Ex-Partner knallhart ab. Das Paar hatte sich im Sommer 2025 getrennt. Nachdem im April noch Hochzeitsgerüchte kursiert hatten, standen nur zwei Monate später die Anzeichen auf Trennung und alle gemeinsamen Bilder in den sozialen Medien waren bereits gelöscht.

„Ich habe in meinem Leben schon mehrere Trennungen erlebt. Ich akzeptiere sie und weiß, dass die Dinge nun einmal so sind, wie sie sind“, sagte Badosa: „Aber wenn man von toxischen Einflüssen umgeben ist, wird alles viel schwieriger als bei einer normalen Trennung.“

Sie fügte an: „Es ist nun schon ein paar Monate her, dass ich endlich in einem guten Umfeld bin. Aber es war nicht einfach, all die negativen Einflüsse um mich herum loszuwerden“, machte Badosa deutlich: „Das ist etwas, was man als Frau manchmal durchmachen muss. Heute fühle ich mich wieder stark.“

Auch ehemalige Wegbegleiter sprechen kaum positiv von dem Griechen. Goran Ivanisevic nahm den Rechtshänder auseinander. „Er will, aber er tut nichts. Immer nur ‚Ich will, ich will‘, aber ich sehe keine Fortschritte“, polterte der frühere Wimbledonsieger beim serbischen Portal Sportklub.

Tsitsipas entlässt seinen Vater erneut

Ivanisevic, der zuvor Novak Djokovic trainiert hatte, war 2025 nur knapp einen Monat der Coach von Tsitispas. „Ich war schockiert. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Spieler gesehen, der unvorbereiteter ist. Mit diesem Knie bin ich dreimal besser vorbereitet als er. Das ist wirklich schlimm“, sagte die kroatische Legende.

Lediglich die Zusammenarbeit mit seinem Vater Apostolos war erfolgreich – doch auch davon ist kaum noch etwas geblieben. Das Duo verkündete kurz vor Wimbledon, getrennte Wege gehen zu wollen. Mal wieder. Schon 2024 beendeten sie ihre berufliche Beziehung und vereinigten sich später wieder.

„Je älter ich werde, desto schwieriger fällt es mir, im Trainingskontext eine stabile Beziehung zu meinem Vater aufrechtzuerhalten. Ich habe das Gefühl, dass wir an einem Punkt angelangt sind, an dem ich etwas ganz anderes suche. Ich habe es in der täglichen Dynamik unserer Zusammenarbeit gespürt“, so der 27-Jährige.

Thomas Perrin von der Patrick-Mouratoglou-Akademie soll als Trainer noch einmal alles versuchen. „Patrick Mouratoglou wird eine Aufsichtsfunktion übernehmen und mir bei bestimmten Turnieren zur Seite stehen, sofern es sein Terminkalender zulässt“, stellte der Grieche klar.

Es ist so etwas wie der letzte Versuch, noch einmal aus dem ganz tiefen Tal zu klettern.

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