Als Alexander Zverev seine Pflichtaufgabe zum Auftakt der French Open fast vollendet hatte, packte er eine Rückhand für die Galerie aus – und ließ sich dafür gebührend feiern. Mit ausgebreiteten Armen bejubelte Deutschlands bester Tennisspieler seinen Traumschlag, wenig später durfte er in der Nachmittagshitze von Paris den Einzug in die zweite Runde abhaken.
Zverev startet in Paris ohne Wackler
Zverev startet in Paris ohne Wackler
Erst mit einiger Mühe, aber letztlich ungefährdet setzte sich der Weltranglistendritte am Auftakttag in 2:08 Stunden Spielzeit mit 6:3, 6:4, 6:2 gegen den französischen Lokalmatadoren Benjamin Bonzi durch und nahm die erste Hürde auf seiner Mission an der Seine.
Von Rückenproblemen nichts zu sehen
„Bonzi ist ein großartiger Spieler, aber ich weiß, dass im Turnierverlauf noch bessere Gegner auf mich zukommen. Es ist besser, langsamer zu starten, um sich im Laufe des Turniers verbessern zu können“, sagte Zverev.
Von seinen Rückenproblemen war nichts zu sehen. Vor dem Turnier hatte sich Zverev bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München behandeln lassen. Vollständig fit peilt er bei seiner 41. Grand-Slam-Teilnahme Großes an. In Abwesenheit des verletzten Carlos Alcaraz will er seinen ersten Titelgewinn auf höchster Ebene feiern – trotz des dominanten Italieners Jannik Sinner. Weiter geht es für den 29-Jährigen in der zweiten Runde zunächst gegen den Tschechen Tomas Machac.
Zverevs auffällige Spielfreude
Zverev ging mit einer starken, aber für ihn dennoch nicht gänzlich zufriedenstellenden Bilanz der Sandplatzsaison in das Highlight in Paris. Bei drei seiner vier gespielten Sandplatzturniere hatte er das Halbfinale erreicht, beim Masters in Madrid sogar das Endspiel – ein Titelgewinn blieb ihm allerdings verwehrt. Dennoch hatte ihm Eurosport-Experte Boris Becker vor dem ersten Aufschlag eine „Riesenchance“ zugerechnet.
Gegen Bonzi begann der deutsche Topspieler bei über 30 Grad im Schatten konzentriert. Die mit Strohhüten und Fächern ausgestatteten Zuschauer auf dem Court Philippe-Chatrier beobachteten, dass der Favorit erst in seinem dritten Aufschlagspiel den ersten Punkt abgab. Auffällig war auch seine Spielfreude mit Netzangriffen sowie Stoppvarianten. Doch er leistete sich auch Phasen, die weniger aggressiv waren und Bonzi Möglichkeiten bescherten.
Zverev will in Paris angreifen
Als sich Zverev dann den ersten Durchgang gesichert hatte, wedelte er mit seinem Schläger in Richtung Box – womöglich war er mit der Bespannung seines Arbeitsgeräts nicht vollends glücklich. Auch im zweiten Satz leistete er sich eine schwächere Phase und kassierte ein Break zum 4:4, das er aber schnell korrigierte. Danach war Zverev nicht mehr aufzuhalten.
In Paris, wo am Montag Eva Lys, Ella Seidel und Tatjana Maria ins Geschehen eingreifen, erreichte er viermal in den vergangenen fünf Jahren das Halbfinale und 2024 sogar das Endspiel gegen Alcaraz, das der Olympiasieger von Tokio in fünf Sätzen verlor. Seine Serie riss vergangene Saison mit einer Viertelfinalniederlage gegen Novak Djokovic – in diesem Jahr will Zverev in Paris deutlich mehr.