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"Lächerlich", "völlig verrückt": Die Tennis-Welt ist in Aufruhr

„Lächerlich“: Tennis-Welt in Aufruhr

Die einstige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova wird wegen einer unter seltsamen Umständen verweigerten Dopingprobe für vier Jahre gesperrt. In der Szene überwiegt Verständnislosigkeit.
Marketa Vondrousova siegte 2023 in Wimbledon
Marketa Vondrousova siegte 2023 in Wimbledon
© IMAGO/CTK Photo
Die einstige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova wird wegen einer unter seltsamen Umständen verweigerten Dopingprobe für vier Jahre gesperrt. In der Szene überwiegt Verständnislosigkeit.

Dieses Urteil versetzt die Tennis-Welt in Aufruhr – auch die deutsche Spielerin Eva Lys. Die einstige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien ist wegen einer verweigerten Dopingprobe im vergangenen Dezember für vier Jahre gesperrt worden.

„Gemäß den Anti-Doping-Regeln muss die Strafe für eine Spielerin, die sich einer Kontrolle verweigert, dieselbe sein wie die, die ihr auferlegt worden wäre, wenn sie positiv getestet worden wäre“, erklärte die ITIA in einer Pressemitteilung. Die Sperre gelte bis zum 21. Juni 2030.

„Das ist VÖLLIG verrückt. Ich sende Marketa ganz viel Liebe“, reagierte Lys auf das harsche Verdikt. Bei Tennis Now nannte auch der frühere US-Davis-Cup-Teamchef und TV-Experte Patrick McEnroe „lächerlich“ und „viel zu hart“. Auch zahlreiche Fans kritisieren die Sperre als unverhältnismäßig – immer wieder wird die milde Drei-Monats-Sperre für Jannik Sinner als Vergleich herangezogen.

Dopingjäger lassen Rechtfertigung nicht gelten

Vondrousova hatte im April erklärt, sie habe in der besagten Situation nach körperlich und mental schwierigen Monaten aus Angst eine Kontrolle in ihre Prager Wohnung verweigert. Sie habe es als stressig empfunden, dass jemand, den sie nicht kannte, „darum bat, mein Wohnzimmer betreten zu dürfen, ohne sich auszuweisen“.

Die ehemalige Nummer sechs der Welt verwies dabei auf einen Fall ihrer Landsfrau Petra Kvitova, die sich 2016 eine karrierebedrohende Handverletzung zugezogen hatte, als sie einem mit einem Messer bewaffneten Fremden die Tür öffnete.

Die ITIA ließ Vondrousovas Verteidigung nicht gelten. „Wir verstehen, dass der Testvorgang unangenehm ist, und erkennen an, dass er eine zusätzliche Belastung für Spielerinnen darstellt, deren Beruf ohnehin schon mit hohem Druck und strenger Kontrolle verbunden ist“, wurde Karen Moorhouse, Geschäftsführerin der ITIA, zitiert: „Aber er ist unerlässlich, um den fairen Wettbewerb zu schützen.“

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Die ITIA verwies darauf, dass Vondrousovas Kontrolleurin weiblich war und nicht den Eindruck gehabt hätte, dass sie den Test aus Angst verweigert hätte. Vondrousova habe bei der Kontrolleurin auch ein entsprechendes Formular unterzeichnet – und sei anschließend mit ihrem Hund spazieren gegangen.

Vondrousova entgegnete vor dem Anti-Doping-Tribunal, dass sie unter „einer akuten Stressreaktion“ und „einer generellen Angststörung“ gelitten hätte, ihre „kognitiven Fähigkeiten und ihr Urteilsvermögen“ seien eingeschränkt gewesen.

Vondrousova triumphierte 2023 in Wimbledon

Vondrousova, die 2023 überraschend als ungesetzte Spielerin in Wimbledon triumphiert hatte, hatte ihre Teilnahme an den Australian Open im Januar aufgrund einer Schulterverletzung abgesagt und seitdem pausiert. Wie die ITIA mitteilte, hat die 26-Jährige nun das Recht, „gegen die Entscheidung beim Sportschiedsgericht Berufung einzulegen“.

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Vondrousova reagierte mit einem langen und emotionalen Instagram-Post auf die Nachricht: „Eine der größten Herausforderungen war es, mich damit abzufinden, dass die Zukunft meiner Karriere, die ich mein ganzes Leben lang aufgebaut hatte, nicht mehr in meinen Händen lag. Die ganze Zeit über hofft man, dass die Wahrheit ausreichen wird. Dass alles erklärt wird. Dass es ausreicht, wenn man ehrlich und kooperativ ist und alles tut, was man kann. Aber manchmal reicht es einfach nicht aus.“

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)