Deal offiziell geplatzt! Der FC Schalke 04 wird Angreifer Moussa Sylla tatsächlich nicht abgeben. Nachdem am Montag durchsickerte, dass der eigentlich schon beschlossene Wechsel des 26-Jährigen zum New York City FC ins Wanken geraten war, hat S04 die Nachricht nun bestätigt.
Geplatzter Schalke-Transfer am Deadline Day offiziell! "Für uns ist das nicht akzeptabel"
Offiziell: S04-Transfer geplatzt!
„Da New York City FC den bereits vollständig ausgehandelten Deal aus nicht nachvollziehbaren Gründen nachverhandeln wollte und dabei unverhältnismäßige Parameter setzte, kommt der Wechsel von Moussa Sylla nun nicht zustande“, verkündete der Klub am Dienstagmorgen in einer offiziellen Mitteilung - in der er aus seinem Unmut keinen Hehl machte.
Schalke-04-Transfer geplatzt: „Wir sind irritiert“
„Wir haben den Verkauf aus wirtschaftlichen Gründen nicht nötig gehabt - wären unter den Bedingungen aber bereit gewesen“, stellte Schalkes Sportvorstand Frank Baumann am Dienstag im Gespräch mit SPORT1 klar - aus für ihn „komplett nicht nachvollziehbaren“ Gründen sei die Einigung dann von New Yorker Seite aber hintertrieben worden.
„Wir sind irritiert über das Verhalten von New York City FC“, wird Baumann in der offiziellen Mitteilung zitiert: „Die Verträge waren nicht nur ausgehandelt, sondern bereits unterschrieben. Nun einen nicht bestandenen Medizincheck vorzuschieben und damit eine Klausel im Vertrag zu aktivieren, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar - denn Moussa ist gesund und spielfit. Wir sehen in dem Befund keinen Grund, den Medizincheck als nicht bestanden zu werten. Dieser Darstellung werden wir vehement widersprechen, auch um Moussa zu schützen. Er kann ohne Weiteres noch ein Jahrzehnt als Profi-Fußballer unterwegs sein.“
Baumann ergänzte: „Statt einer festen Verpflichtung war am Sonntag (1.2., Anm. der Red.) plötzlich von einer Leihe mit Optionen die Rede. Für uns ist das nicht akzeptabel.“ Schalke 04 werde „den gesamten Vorgang intern prüfen und mögliche nächste Schritte bewerten“, heißt es in der Mitteilung, die Baumann mit den Worten beschließt: „Moussa ist ein Top-Stürmer, er wird in dieser Liga noch einige Tore für uns schießen, davon bin ich überzeugt.“
Sylla ist am Dienstag wieder ins Schalke-Training eingestiegen.
Sylla hatte die Wende de facto bestätigt
Sylla selbst hatte seine Rückkehr nach Gelsenkirchen schon tags zuvor angedeutet: „Schalke-Fans, ihr seid verrückt. Ich komme nach Hause“, schrieb der 26-Jährige am späten Montagabend bei Instagram, garniert mit einem blauen und einem weißen Herz.
Baumann ärgerte sich im Gespräch mit SPORT1 auch darüber, wie Sylla behandelt wurde: „Er wurde hingehalten, saß zehn Tage in Manchester.“ New York gehört zur City Football Group, wie auch Manchester City.
Dabei schien die Angelegenheit längst geklärt. Vor gut einer Woche hatten sich Schalke und der MLS-Klub auf eine feste Ablösesumme von sechs Millionen Euro verständigt, hinzu sollten Bonuszahlungen von bis zu einer weiteren Million kommen.
Doch dann folgte die überraschende Kehrtwende: Bei S04 herrscht nach SPORT1-Informationen intern der Eindruck, dass der New York City FC nachträglich versucht hat, die Ablösesumme noch einmal zu drücken. Die Königsblauen wollen es aber nicht mit sich machen lassen.
Wechsel theoretisch noch möglich - aber Baumann bremst
Für Schalke ist diese Entwicklung bitter. Die Einnahmen aus dem Sylla-Verkauf waren bereits kalkuliert worden – unter anderem floss das Geld in den Deal um Dejan Ljubicic ein. Durch einen Verkauf von Sylla hätte Schalke „mehr Planungssicherheit für den Sommer“ gehabt, sagt Baumann bei SPORT1. Der S04-Boss wollte den Einnahmenverlust nicht überbewerten - man hätte im Fall des Verkaufs aber „in der ein oder anderen Personalie vielleicht etwas proaktiver agieren können“.
Zwar ist das Transferfenster in der MLS noch bis Ende März geöffnet, doch derzeit deutet wenig darauf hin, dass es in der Personalie Moussa Sylla noch einmal Bewegung geben wird.
„Es gab für uns immer zwei Voraussetzungen, die wir festgelegt haben, unter denen wir bereit gewesen wären, ihn gehen lassen“, sagt Baumann zu SPORT1: „Das eine ist, dass das wirtschaftlich für uns passt. Und dass wir natürlich auch noch die Möglichkeit haben, für einen Ersatz zu sorgen. Das erste könnte noch funktionieren, das zweite wird nicht mehr funktionieren. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass in den nächsten Tagen noch etwas passiert.“