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Transfermarkt: Der Rekordmann, der oft scheiterte

Der Rekordmann, der oft scheiterte

Morgan Rogers wechselt für eine Rekordsumme zum FC Chelsea. In England entbrennt dadurch die Rivalität zweier Londoner Stadtrivalen neu.
Vor dem WM-Viertelfinale gegen Norwegen schwärmt Morgan Rogers von Erling Haaland und zieht einen Vergleich mit Harry Kane. Für Jude Bellingham gab es lobende Worte vom Villa-Star.
Morgan Rogers wechselt für eine Rekordsumme zum FC Chelsea. In England entbrennt dadurch die Rivalität zweier Londoner Stadtrivalen neu.

Es dürfte nicht lang gedauert haben, bis Cole Palmer nach der Nachricht über den Mega-Transfer von Morgan Rogers zum FC Chelsea das Telefon in die Hand genommen hat. Immerhin haben die Blues die beiden besten Freunde vereint. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Der neue Star verriet die enge Bindung vergangenes Jahr bei Goal: „Selbst nach jedem Spiel ist er der Erste, der mir eine SMS schickt, oder er schreibt mir, wenn ich ein Tor geschossen habe. Er weiß, dass ich die Nachricht nach dem Spiel sehen werde. Es ist schön, jemanden zu haben, der – obwohl er selbst so erfolgreich ist – nach einem sieht.“

Künftig sollen die Kumpels also Chelsea wieder in an die Spitze führen. Dafür griff der Klub auch ganz tief in die Tasche. Laut übereinstimmen Medienberichten kostet Rogers umgerechnet mehr als 137 Millionen Euro Ablöse.

Teurer waren in der Fußball-Geschichte nur vier Spieler: Neymar, der 2017 für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt war, sowie Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Alexander Isak.

Rogers-Wechsel sorgt für Ärger im Arsenal-Lager

Ganz England feiert den Kracherwechsel des WM-Fahrers – beinahe. Die BBC schrieb: „Der Wechsel ist eine echte Überraschung in dieser Transferperiode. Immerhin gingen viele von einem Wechsel zu Arsenal aus.“ Noch deutlicher reagierte die Sun: „Höchststrafe! Morgan Rogers‘ Wechsel ist ein brutaler Seitenhieb gegen Arsenal.“

Zumal die Gunners-Fans gleich doppelt enttäuscht wurden. Bis zuletzt wurde Arsenal als Topkandidat gehandelt. Dann sagte Rogers bei seiner Vorstellung auch noch provokant: „Ich gehe zum größten Verein Londons.“

Das kam im Lager der Gunners gar nicht gut an. Sogar der Moderator Piers Morgan brachte seinen Zorn auf X zum Ausdruck: „Sie sind nicht einmal der größte Verein in West-London. Brentford hat die letzte Saison in der Liga besser abgeschlossen.“

In der Akademie von Manchester City kreuzen sich die Wege mit Cole Palmer

Dass es einmal so einen großen Wirbel um Rogers geben würde, war noch vor drei Jahren nicht zu erahnen. Geboren wurde er am 26. Juli 2002 in der Stadt Halesowen, als im Ballungsraum von Birmingham. In der Jugend spielte er von 2010 bis 2019 bei West Bromwich Albion.

Dann zog es ihn in die Akademie von Manchester City, wo er Palmer kennenlernte. Wirklich lange blieb er in der Folge aber nie bei den Citizens. Leihen zu Lincoln City, Bournemouth oder Blackpool folgten. Durchsetzen konnte er sich nie nachhaltig.

So ging es 2023 für gerade einmal 1,3 Millionen Euro zu Middlesbrough. In 33 Pflichtspielen beim Zweitligisten kam er in sechs Monaten auf sieben Tore und neun Vorlagen. Für einen Offensivmann eher unauffällig. Im Februar 2024 sicherte sich Aston Villa trotzdem für rund zehn Millionen Euro seine Dienste. Es folgte ein raketenhafter Aufstieg.

So lief der Aufstieg von Morgan Rogers

Ab dem Sommer 2024 war Rogers der Fixpunkt bei den Villans und gab bereits im November 2024 sein Debüt in der Nationalmannschaft. In der vergangenen Saison kam der 23-Jährige in 55 Einsätzen 14 Tore und 12 Vorlagen und gewann die Europa League mit Aston Villa.

Nun beschert er nicht nur dem Verein einen krassen Geldregen. Denn 20 Prozent der Summe gehen an den FC Middlsbrough, der sich seinerzeit eine Weiterverkaufsbeteiligung sicherte.

Übrigens zweifelt in England kaum jemand daran, dass der Rechtsfuß dem FC Chelsea nun eine riesige Hilfe sein wird. Rogers wird auf der Insel vor allem für seine Flexibilität gefeiert. Er kann zudem offensiv alle Positionen bekleiden.

Ex-Nationalspieler Micah Richards sagte bei der BBC vor dem WM-Halbfinale gegen Argentinien: „Das Gute an Morgan Rogers ist, dass er von links kommen kann, in der Mitte spielen kann und auch von rechts kommen kann – und all diese Rollen füllt er gleich effektiv aus. Das ist sein großes Plus.“

Unai Emery schwärmt von Rogers

Aston Villas Trainer Unai Emery schwärmte im Dezember zudem: „Er ist ein fantastischer Typ. Er liebt den Fußball und seine Einstellung jeden Tag ist herausragend. Er ist immer positiv ist, bringt Energie mit und kann dadurch immer sein Bestes geben.“

Das soll er nun beim FC Chelsea auch machen. Die Arsenal-Fans werden ihm kaum die Fortsetzung des Aufstiegs gönnen. Zumal die gigantische Ablöse eine enorme Hypothek sein kann.

Rogers bei der WM nur Teilzeitspieler unter Thomas Tuchel

Im Gegensatz zu seinem Kumpel Cole Palmer hatte es Rogers zwar in den WM-Kader von Nationaltrainer Thomas Tuchel geschafft, allerdings sorgte er beim Turnier in Nordamerika nicht zwingend für so viel Aufsehen, dass 137 Millionen Ablöse der nächste logische Schritt wären.

Der Offensivspieler kam zwar in allen sieben WM-Spielen Englands zum Einsatz, nur im letzten Gruppenspiel gegen Panama (2:0) sowie dem Halbfinale gegen Argentinien (1:2 n.V.) und im Spiel um Platz 3 gegen Frankreich (6:4) durfte er über 90 Minuten ran. Insgesamt verzeichnete er zwei Vorlagen bei der Weltmeisterschaft.

Auf den ersten Blick keine Zahlen, die nach einem Rekord-Transfer schreien – umso spannender wird zu sehen sein, wie sich Rogers bei Chelsea unter dem neuen Trainer Xabi Alonso entwickeln wird.