NHL>

Die Oilers um Leon Draisaitl müssen eine bittere Erkenntnis akzeptieren

Eine bittere Erkenntnis

Die Edmonton Oilers scheitern bereits in der ersten Runde der NHL-Playoffs. Damit endet eine schwierige Saison für das kanadische Franchise. Wie geht es nun weiter?
Die Edmonton Oilers scheiden nach zwei aufeinanderfolgenden Stanley-Cup-Finals bereits in der ersten Runde der NHL-Playoffs aus. Nach diesem unerwarteten Scheitern stellt sich nun die Frage, ob Leon Draisaitl für die deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft reisen wird.
Die Edmonton Oilers scheitern bereits in der ersten Runde der NHL-Playoffs. Damit endet eine schwierige Saison für das kanadische Franchise. Wie geht es nun weiter?

Wieder war es nichts mit dem lang ersehnten Traum: Die Edmonton Oilers um Leon Draisaitl sind früh in den NHL-Playoffs ausgeschieden und haben somit keine Chance mehr auf den Gewinn des berühmten Stanley Cups. Die Anaheim Ducks erwiesen sich als zu stark – oder lag es doch eher an der Schwäche der Oilers?

Schließlich schaffte es das kanadische Franchise nicht, zum Saisonhöhepunkt konstant Höchstleistung zu bringen. „Wir haben die ganze Saison nach Konstanz gesucht und sie auch hier in den Playoffs nicht gefunden“, gestand Kapitän Connor McDavid: „Wir waren das ganze Jahr über ein durchschnittliches Team. Ein durchschnittliches Team mit hohen Erwartungen – da wird man enttäuscht.“

Das Edmonton Journal urteilte hart: „All das, was sie (die Oilers-Fans) sieben Monate lang nachts wach gehalten hatte, wurde am Donnerstagabend wahr. (…) Von einer Mannschaft, die eigentlich als schwächer galt, deutlich geschlagen, müssen die Oilers die bittere Erkenntnis akzeptieren, dass ihr Bestes nicht gut genug war. (…) Wir sahen nur dieselbe unorganisierte und unbeständige Truppe, die wir das ganze Jahr über erlebt hatten.“

Schon zum Saisonstart schwächelten die Oilers, sie brauchten rund zehn Wochen und über 30 Spiele, um auf einen Playoff-Platz zu springen. Diesen sicherten sie sich vor allem deshalb, da die eigene Division so schwach war. Die 93 Punkte am Ende der regulären Saison, die für Platz 2 in der Central Division reichten, wären in jeder anderen Division der gesamten Liga zu wenig für den direkten Einzug in die Playoffs gewesen.

Edmonton Oilers verpassten Titel zweimal knapp

So erreichte das Team um Draisaitl, McDavid und Co. zum siebten Mal in Serie die Playoffs – nur um nach Runde eins schon wieder raus zu sein. Ein ungewohntes Bild für die Kanadier, die in den letzten beiden Jahren jeweils um den Stanley Cup gespielt hatten, wenngleich es für einen Sieg gegen die Florida Panthers in beiden Jahren nicht reichen wollte.

„Es war eine erfolgreiche Zeit, aber so hätte sich niemand das Ende vorgestellt“, schrieb das Edmonton Journal: „Die Saison ist vorbei. Die Oilers verlieren auf eine nur allzu bekannte Art und Weise: durch mentale Fehler und defensive Schwächen“, resümierte das Blatt ein Sinnbild für die gesamte Saison: „Aber das hier? „In sechs Spielen gegen ein Team unterzugehen, das seit sieben Jahren nicht mehr in den Playoffs war? Das ist unfassbar.“

Offensiv brachte das kongeniale Duo um Draisaitl (drei Tore/sieben Assists) und McDavid (1/5) insgesamt zu wenig, um die defensiven Schwächen wettzumachen. Der Deutsche, der zum Ende der Hauptrunde von einer Verletzung ausgebremst worden war, blieb laut Edmonton Journal „unter seinen überragenden Möglichkeiten“.

McDavid hatte in der regulären Saison noch den Titel für den punktbesten Spieler gewonnen (meiste Tore + Assists), konnte daran allerdings nicht anknüpfen.

NHL-Playoffs: Wie lange bleibt das Duo McDavid und Draisaitl noch?

Ist es das nun aus Sicht der Oilers gewesen? Trotz der Tatsache, dass sie zwei der besten Spieler der Welt in ihren Reihen haben, warten die Kanadier seit 1990 auf einen Titel.

Seit 2015 stürmen Draisaitl und McDavid gemeinsam über das Eis, verpassten seitdem erst dreimal die Playoffs. Dennoch blieb der ganz große Triumph aus, vor allem weil die Defensive nicht stabil genug ist. Mal waren sie – wie die letzten beiden Jahre – ganz nah dran, doch dann kam in diesem Jahr das überraschend frühe Aus.

Kann sich die „zerrüttete Mannschaft“ (Edmonton Journal) zusammenraufen, von ihren Verletzungen zurückkommen und erneut angreifen? Oder braucht es nun einen größeren Umbruch, um endlich nach dem lang ersehnten Titel zu greifen? Draisaitl steht bis 2033 unter Vertrag, McDavid band sich vorerst nur bis 2028 an den Klub.

Draisaitl äußert sich zur möglichen Teilnahme an Eishockey-WM

Das Titelfenster der Oilers beginnt sich zu schließen. Nach dem Aus in der ersten Runde wird nicht nur in Kanada eifrig darüber spekuliert, wohin es McDavid verschlagen könnte, falls es nächstes Jahr wieder nichts mit dem Stanley Cup werden sollte.

Die Oilers hatten in dieser Saison häufiger mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, doch auch das wird mit zunehmendem Alter der Spieler kaum weniger werden. Das Edmonton Journal verglich das Duell mit Anaheim sogar mit einem „hungrigen Nachwuchsboxer, der gegen einen alternden Veteranen mit großem Namen antritt.“ Dies sei oft wie so oft kein schöner Anblick gewesen.

Hol dir den US-Sport-Newsletter! NFL, NBA, NHL & Co. – alle Highlights, Ergebnisse und News bequem per Mail

Draisaitl hat immer betont, dass er gerne im eishockeyverrückten Edmonton spielt. Dass er dort noch einen Job zu erledigen habe. Dass in Florida zwar das Wetter besser sei, aber Eishockey? Na ja. Dass er lieber in Kanada den Stanley Cup gewinnen wolle. Doch irgendwann wird er sich fragen müssen, ob und wo er ihn überhaupt gewinnen kann.

Durch das frühe Aus könnte er nun immerhin bei der Eishockey-WM (15.-31. Mai in der Schweiz) für das DEB-Team aufzulaufen. Auf SPORT1-Nachfrage hielt sich der 30-Jährige jedoch bedeckt: „Das weiß ich jetzt noch nicht. Mit meinem Knie, meiner Verletzung … ich habe da jetzt durch etwas durchgespielt, also mal schauen.“

„Mal schauen“ trifft es wohl auch gut, wenn es um die ungewisse Zukunft der Oilers geht.

—–
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)