Titel-Party im Bus oder doch lieber in der heimischen Halle? Wenn es nach den Berliner Volleyballern geht, gibt es darauf nur eine Antwort: Ganz egal – und besser früher als später. „Wir sind alle heiß darauf, das Ding jetzt in drei Spielen zuzumachen“, betonte Nationalspieler Florian Krage-Brewitz vor der Reise nach Lüneburg. Auswärts wollen die BR Volleys ihren ersten Meister-Matchball verwandeln und damit eine komplizierte Saison doch noch versöhnlich beenden.
Volleys mit Meister-Matchball: Krönen sie sich in Lüneburg?
Volleys mit Meister-Matchball
Natürlich wäre es „geil“, den zehnten Titel in Folge in der Berliner Max-Schmeling-Halle zu gewinnen, räumte Krage-Brewitz am Dyn-Mikrofon ein, doch die Saison sei lang und anstrengend gewesen. Bis zu dem möglichen vierten Duell mit der SVG Lüneburg vor heimischer Kulisse will beim Hauptstadtklub daher keiner warten, der entscheidende Schritt soll bereits am Mittwoch (19.00 Uhr) in der Ferne gelingen. „Wir gehen da jetzt voll rein“, betonte Krage-Brewitz.
Volleys vor entscheidendem Playoff-Sieg
Nach zwei 3:1-Siegen in der Best-of-five-Serie fehlt dem Rekordmeister nur noch ein weiterer Erfolg gegen die Lüneburger, um trotz der schwierigen Monate weiter auf dem Bundesliga-Thron zu bleiben.
Fast vergessen scheint der ungewohnt holprige Saisonstart, das frühe Aus in der Champions League, die Halbfinal-Niederlage im DVV-Pokal oder der kurzfristige Abschied von Trainer Alexandre Leal mitten in den Playoffs. Denn die routinierten Berliner Titeljäger stellen derzeit wieder einmal unter Beweis, dass mit ihnen immer zu rechnen ist.
„Ich bin froh, dass wir doch noch die Kurve bekommen haben, aber noch haben wir nichts in der Hand“, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand dem SID: „Für die zwei Siege können wir uns kurz auf die Schulter klopfen, aber mehr auch nicht.“
Hanes mahnt zur Gelassenheit
Beim Anlauf auf die insgesamt 16. Meisterschaft soll nichts mehr schief gehen, auch Jake Hanes mahnte deshalb zur Besonnenheit. „Cool as a cucumber“, also sprichwörtlich komplett entspannt, wolle man bleiben, betonte der US-Amerikaner: „Ich glaube, etwas Gelassenheit tut uns jetzt gut.“
Hanes selbst ist dabei der Trumpf in der Berliner Hand, in den bisherigen beiden Partien war der Diagonalangreifer mit 26 und 30 Punkten kaum zu stoppen. Der 28-Jährige sei „eine Schlüsselfigur“, betonte Niroomand, der vor knapp zwei Jahren bei der Verpflichtung des damals noch weitestgehend unbekannten Hanes von so manchem belächelt worden war.
Hanes-Abgang wird immer wahrscheinlicher
Mittlerweile haben den 2,12 Meter großen Hünen auch andere auf dem Zettel. Ob Hanes auch in der kommenden Saison für die Hauptstädter um die Meisterschaft kämpft, ist jedenfalls fraglich.
„Im Volleyball haben die Sportler ja nur ein paar Jahre Zeit, um ihren Lebensunterhalt, auch mit Blick auf die Zukunft, zu organisieren“, erklärte Niroomand: „Da liegt es auf der Hand, dass es für uns sehr schwierig wird, ihn in Berlin zu behalten.“
Doch so weit will bei den Volleys noch keiner denken. Über allem steht derzeit das Ziel Meisterschaft – mit Hanes.