Dass Marina Klimowa und Sergei Ponomarenko im Eistanz eines Tages ganz oben stehen würden, deutete sich an. Über Jahre hinweg. Bei den Weltmeisterschaften nahm das ehemalige Duo aus der ehemaligen Sowjetunion zwischen 1985 und 1988 viermal hintereinander Silber mit nach Hause, auch bei den Europameisterschaften mussten sie sich von 1986 bis 1988 jeweils mit Rang zwei begnügen.
Nicht nur auf dem Eis ein Traumpaar - SPORT1
Nicht nur auf dem Eis ein Traumpaar
Ihre Premiere bei den Olympischen Winterspielen krönten sie 1984 in Sarajevo mit Bronze, vier Jahre später in Calgary folgte abermals ein zweiter Platz und Silber. Stets standen sie im Schatten ihrer damals alles dominierenden Landsleute Natalja Bestemjanowa und Andrei Bukin. Dabei hatten Klimowa und Ponomarenko schon früh ihr außergewöhnliches Potenzial angedeutet.
Etwa 1986 mit ihrer eleganten Kür zum „Goldenen Walzer“, mit der sie nachhaltig auf sich aufmerksam machten. Der Weg des Paares, das 1984 auch privat zueinander fand und später zwei Söhne bekam, schien entsprechend vorgezeichnet. Und schließlich erfüllte sich die Erwartung auch, als Bestemjanowa und Bukin ihre Karriere beendeten und das Feld für ihre Nachfolger räumten.
Eiskunstlauf: Legendäres Paar krönt sich bei Olympia
Klimowa und Ponomarenko nutzten die freigewordene Bahn, übernahmen nahezu nahtlos die Rolle ihrer früheren Rivalen und prägten ihrerseits eine ganze Ära im Eistanz. Der Beginn dieser Erfolgsgeschichte lässt sich genau datieren: Am 19. März 1989 – heute vor 37 Jahren – gewann das für die Sowjetunion startende Paar erstmals WM-Gold.
Es war der Auftakt zu einer beeindruckenden Serie. Aus den unzähligen Silberplätzen der Jahre zuvor wurden nun reihenweise Titel. Viermal in Folge triumphierten sie bei Europameisterschaften, dreimal gewannen sie zwischen 1989 und 1992 auch den Weltmeistertitel. Lediglich 1991 wurde ihre Dominanz kurzzeitig von Isabelle Duchesnay und Paul Duchesnay unterbrochen.
Die endgültige Krönung ihres Vermächtnisses folgte bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville. Mit einer innovativen Kür zur Musik von Johann Sebastian Bach setzten sich Klimowa und Ponomarenko auch dort gegen die Konkurrenz durch und sicherten sich bei ihren dritten Spielen die Goldmedaille – der letzte fehlende Baustein in einer dann kompletten Sammlung großer Titel.
Eiskunstlaufpaar wurde in Hall of Fame aufgenommen
Nach dem Höhepunkt ihres Schaffen zogen Klimowa und Ponomarenko einen Schlussstrich. Vier Jahre lang hatten sie den Eistanz geprägt, dann verabschiedeten sie sich vom aktiven Wettkampfsport. Ganz loslassen konnten sie ihre Leidenschaft aber nie – dem Eiskunstlauf blieben sie auch danach eng verbunden.
Das Paar zog in die USA nach Kalifornien und arbeitete in San Jose als Trainer. Ihr gemeinsamer Sohn Anthony folgte in ihre Fußstapfen: Bei Olympia in Mailand belegte der 25-Jährige, für die USA startend, Platz 11 im Eistanz mit Partnerin Christina Carreira.
Die Eltern wurden für ihre herausragenden Leistungen wurden im Jahr 2000 in die Hall of Fame des Eiskunstlaufs aufgenommen. Eine folgerichtige Würdigung einer außergewöhnlichen Karriere.