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"Bei Vanessa Voigt waren so viele Sachen"

„Bei Voigt waren so viele Sachen“

Die deutschen Biathletinnen erleben einen Winter zum Vergessen. Ex-Biathlet und Olympiasieger Michael Rösch findet dennoch positive Aspekte.
Vanessa Voigt hatte in der abgelaufenen Biathlon-Saison viel Pech
Vanessa Voigt hatte in der abgelaufenen Biathlon-Saison viel Pech
© IMAGO/Fotostand
Die deutschen Biathletinnen erleben einen Winter zum Vergessen. Ex-Biathlet und Olympiasieger Michael Rösch findet dennoch positive Aspekte.

Ex-Biathlet und Olympiasieger Michael Rösch hat trotz der historisch schlechten Saison sehr positive Worte für die deutschen Biathletinnen gefunden. „Das Potenzial ist da. Es ist bei Janina (Hettich-Walz, Anm. d. R.) da, es ist bei Selina (Grotian, Anm. d. R.) da, es ist bei Tannheimer (Julia, Anm. d. R.) da und auch bei Vanessa Voigt. Das sind halt diese Stellschrauben, die man jetzt auch mal wirklich konsequent umsetzen muss“, sagte er im Podcast Extrarunde.

Trotz dieser positiven Einschätzung lief die Saison überhaupt nicht rosig. Nach dem Gesamtweltcupsieg von Franziska Preuß im Vorjahr ist die Enttäuschung über die beispiellose Sieglos-Saison bei Frauen und Männern groß.

„Es ist diese Saison einfach so viel quer gelaufen, das ist halt einfach Pech. Wo willst du es dann herzaubern?“, sagte Rösch mit Blick auf die Leistungen der deutschen Athletinnen. Bei Franziska Preuß „lief die ganze Saison scheiße und bei Vanessa Voigt waren so viele Sachen“, begründete der Olympiasieger das schlechte Abschneiden zweier großer Hoffnungsträgerinnen.

Biathlon-Krise: Rösch trotz allem optimistisch

Dennoch zeigt sich Rösch optimistisch mit Blick auf die Zukunft. Vor allem junge Athletinnen wie Marlene Fichtner oder Julia Kink hätten ihr Potenzial bereits angedeutet: „Wir haben eine gesunde Entwicklung bei Marlene. Die war jetzt zweimal in den Top Sechs.“ Auch andere junge Athletinnen hätten sich in den vergangenen Monaten gut präsentiert. „Gib denen doch mal zwei, drei Jahre Zeit und dann wirst du sehen, wo die Reise hingeht“, sagte Rösch. Er traue den Nachwuchsathletinnen durchaus zu, in den nächsten Jahren den Sprung in die Top Ten zu schaffen.

Grundsätzlich sieht Rösch den DSV weiterhin auf einem guten Weg – die Herausforderung sei, Antworten auf die enteilte Konkurrenz aus Norwegen, Frankreich und Co. zu finden: „Es ist jetzt nicht so, dass wir stehen geblieben sind. Klar, in gewissen Sachen haben viele uns überholt. Aber das heißt ja nicht, dass alle an uns vorbeigezogen sind. Sie haben eben aufgeholt.“

Die ersten Weichen sind nach der Saison ohne Sieg bereits gestellt. Bernd Eisenbichler wurde vor einigen Wochen als Nachfolger des scheidenden Sportdirektors Felix Bitterling vorgestellt, als erste große Amtshandlung nimmt er einen Trainerwechsel im Frauen-Team vor. Die Trennung von Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland ging nach dem Weltcup-Finale an die Öffentlichkeit, über die Nachfolge ist noch nicht entschieden.