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Beben im deutschen Biathlon!

Großer Umbruch im deutschen Biathlon

Nach dem enttäuschenden deutschen Biathlon-Winter gibt es bei den Frauen einen doppelten Wechsel in der Führung.
Sverre Olsbu Röiseland verlässt das DSV-Team
Sverre Olsbu Röiseland verlässt das DSV-Team
© IMAGO/Fotostand
Nach dem enttäuschenden deutschen Biathlon-Winter gibt es bei den Frauen einen doppelten Wechsel in der Führung.

Die deutschen Biathletinnen bekommen für die kommende Saison ein neues Trainer-Duo. „Es wird so sein, dass Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland das Frauen-Team verlassen“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling nach dem letzten Rennen des Winters im ZDF. Mehringer werde nach acht Jahren im Amt künftig eine andere „sehr wichtige Position“ im System des Deutschen Skiverbandes (DSV) übernehmen, die noch genauer definiert werden müsse.

Beim seit 2022 für den DSV tätigen Röiseland stehe die Geburt des zweiten Kindes bevor. „Der Sverre ist eine überragende Persönlichkeit, ein toller Mensch, ein toller Trainer, aber derzeit passen das, was wir in unserem System benötigen und seine private Situation nicht so wirklich zusammen“, erklärte Bitterling: „Wir haben das Gefühl, dass wir zu wenig Sverre haben und er hat das Gefühl, dass er zu viel weg ist von zu Hause.“ Eine erneute Zusammenarbeit in ferner Zukunft sei aber „nicht ausgeschlossen“.

Der Norweger Röiseland, der zuletzt an Hodenkrebs erkrankt und kürzlich erfolgreich operiert worden war, erwartet aktuell sein zweites Kind mit Ehefrau Marte – die 2023 ihre erfolgreiche Karriere als Biathletin beendet hat.

Nachfolge noch nicht geklärt

Über die Trainer-Nachfolge machte der ebenfalls scheidende Sportdirektor Bitterling noch keine Angaben. Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick hat klare Vorstellungen: Es gehe darum zu zeigen, „für welche Stärken Deutschland steht und gleichzeitig aber auch Innovation reinzubringen“, sagte die ZDF-Expertin: „Womöglich sind es auch Personen, die schon an Weltklasse-Athletinnen gezeigt haben, dass sie die zu diesem nächsten Schritt rüberbringen können in Sachen Weltspitze.“

Zudem müssten die Nachfolger „eine Verbindung zum Nachwuchs“ herstellen, so Herrmann-Wick weiter. Die Aufgabe sei nach der schwachen Saison „echt komplex. Da braucht es Trainer mit Weitsicht, die den Menschen für sich sehen und die individuelle Entfaltung fördern können.“