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Biathlon-Wirbel: "Vielleicht kommt er zurückgekrochen"

„Kommt vielleicht zurückgekrochen“

Die Absage von Langlauf-Olympiasieger Einar Hedegart ans norwegische Biathlon-Team hält das Wintersportland in Atem. Auch die beiden Brüder Tarjei und Johannes Thingnes Bö ärgern sich.
Wird Einar Hedegart ohne Olympia langweilig? Die Bö-Brüder glauben es
Wird Einar Hedegart ohne Olympia langweilig? Die Bö-Brüder glauben es
© IMAGO/NTB
Die Absage von Langlauf-Olympiasieger Einar Hedegart ans norwegische Biathlon-Team hält das Wintersportland in Atem. Auch die beiden Brüder Tarjei und Johannes Thingnes Bö ärgern sich.

Der Wirbel um Langlauf-Star Einar Hedegart hält Norwegen weiter in Atem: Nachdem der 24-Jährige angekündigt hatte, zur Saison 2026/27 ins Biathlon-Team wechseln zu wollen, war am Dienstag der überraschende Rückzieher gefolgt. Hedegart bleibt bei den Langläufern und wird doch kein Biathlet.

Glaubt man Biathlon-Legende Johannes Thingnes Bö, ist diese plötzliche Entscheidung ein Verlust für beide Seiten: „Ich bleibe bei dem, was ich gesagt habe. Es war es wert, ihm eine Chance zu geben. Er ist der beste Läufer der Welt. Wäre er mit den besten Biathleten der Welt in einem Team gewesen, hätte er sehr gut werden können“, sagte Bö im Gespräch mit NRK. Kurz zuvor hatte Hedegart öffentlich erklärt, doch bei den Langläufern bleiben zu wollen.

Hedegart? „Vielleicht kommt er dann zurückgekrochen“

Auch Bös älterer Bruder Tarej ärgerte sich über die Entscheidung des Olympiasiegers, glaubt aber daran, dass Hedegart sich sogar noch einmal umentscheiden könnte: „Nach einigen Jahren (im Langlauf-Weltcup) wird er wahrscheinlich realisieren, dass es auf Dauer langweilig ist.“

Im kommenden Winter – in dem es nicht Olympia als Highlight gebe – werde der Punkt kommen, an dem Hedegart dies realisiert. „Und vielleicht kommt er dann zurückgekrochen. Ich hoffe es“, sagte Bö, der sich im selben Atemzug auch gleich als Schießtrainer anbot, sollte Hedegart tatsächlich nochmal zurückkommen wollen.

Langlauf-Star hätte sich hocharbeiten müssen

Nach einer wochenlangen Hängepartie um die Frage, in welcher Sportart er im kommenden Winter auf Skiern stehen wird, hatte Hedegart mit seiner Entscheidung für Aufsehen gesorgt: „Es fühlt sich an, als hätte ich mit jemandem Schluss gemacht“, sagte er über seine Absicht, dem Biathlon-Sport nun doch den Rücken zu kehren.

Der Grund für seinen Entschluss: Das Biathlon-Team konnte ihm keinen Spitzenplatz zusichern.

Vielmehr hätte sich der 24-Jährige mit einem Kaderplatz im zweitklassigen Nationalteam zufrieden geben und innerhalb des Verbands hocharbeiten müssen.

Norwegens Biathlon-Chefin Emilie Nordskar verriet bei NRK, dass der Verband ihm angeboten habe, immerhin dauerhaft mit dem Elite-Team trainieren zu können. Das wurde aber abgelehnt. „Es ist schade, dass er das nicht wollte, aber wir müssen das akzeptieren.“