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Biathlon: Olympiasieger zieht drastische Konsequenzen

Olympiasieger verlässt Biathlon-Team

Nach Olympia-Gold im Langlauf erhält Einar Hedegart keinen Platz im Biathlon-Kader – und zieht die Konsequenzen.
Einar Hedegart zieht Konsequenzen
Einar Hedegart zieht Konsequenzen
© IMAGO/Bildbyran
Nach Olympia-Gold im Langlauf erhält Einar Hedegart keinen Platz im Biathlon-Kader – und zieht die Konsequenzen.

Einar Hedegart hat dem Biathlon den Rücken gekehrt. Der 24-Jährige bestätigte gegenüber VG seinen Abschied, auch der Verband machte die Entscheidung öffentlich. „Es fühlt sich an, als hätte ich mit jemandem Schluss gemacht“, sagte Hedegart. Hintergrund ist die verpasste Nominierung für den norwegischen A-Kader.

Generalsekretärin Emilie Nordskar erklärte bei NRK, man habe ihm lediglich einen Platz im B-Kader angeboten. „Er ist sportlich nicht für einen Platz im Elite-Team qualifiziert“, stellte sie klar. Zwar habe Hedegart in der vergangenen Saison regelmäßig mit dem Spitzenkader trainiert und zusätzliche Ressourcen erhalten, doch für einen festen siebten Platz im Aufgebot reichte es nicht.

Vom Biathlon zu Olympia-Gold

Genau diesen Status hatte Hedegart jedoch zur Bedingung gemacht. Nur als vollwertiges Mitglied des Spitzenkaders wollte er seine Karriere als Biathlet fortsetzen. Nach dem endgültigen Nein zog er nun die Konsequenzen – trotz eigener Aussage, auf die Absage vorbereitet gewesen zu sein.

Dabei hatte der Norweger seine sportliche Zukunft bereits in der vergangenen Saison neu ausgerichtet. Nach schwachen Resultaten im Biathlon vollzog er eine Kehrtwende und setzte komplett auf Langlauf. Der radikale Schritt zahlte sich eindrucksvoll aus: Bei den Olympischen Winterspielen in Italien gewann Hedegart zwei Goldmedaillen und einmal Bronze.

Vizemeister in Norwegen

Hinzu kamen mehrere Weltcupsiege – eine beeindruckende Bilanz für einen Quereinsteiger auf höchstem Niveau. Auch im Biathlon ließ er zuletzt noch einmal aufhorchen, als er bei den norwegischen Meisterschaften im Sprint überraschend Silber holte. Ein Achtungserfolg, der jedoch nichts mehr an der grundsätzlichen Entscheidung änderte.

„Jetzt ist das nächste Ziel, im Sprint in der freien Technik zu glänzen und später auch in der klassischen Technik stark zu sein – und langfristig ein guter Allrounder zu werden“, kündigte Hedegart an. Der Fokus liegt damit klar auf der Loipe, nicht mehr am Schießstand. Während der Verband den Abschied bedauert, respektiert man die Entscheidung des 24-Jährigen – und verliert ein vielseitiges Talent endgültig an den Langlauf.