Marco Odermatt ist zurück! Nach der Gold-Flaute von Bormio bei den Olympischen Winterspielen hat sich der Schweizer bei der Weltcup-Abfahrt von Garmisch mit einem Paukenschlag zurückgemeldet.
"Das Imperium schlägt zurück": Felix Neureuther schwärmt von Ski-Phänomen
Neureuther schwärmt von Phänomen
Während die anderen Favoriten wie Giovanni Franzoni und Dreifach-Olympiasieger Franjo von Allmen mit den frühlingshaften Wetterbedingungen und den damit verbundenen weichen Pistenbedingungen auf der „Kandahar“ schwer zu kämpfen hatten, gelang Odermatt ein Traumlauf.
„Ein großer Klassiker in der Geschichte des Skirennsports. Heute mit diesen Fans und mit dieser Stimmung hier gewinnen zu dürfen, ist unglaublich schön“, sagte Odermatt nach seinem bemerkenswerten Sieg auf SPORT1-Nachfrage in Garmisch.
Einzig Eidgenosse Alexis Monney konnte den Sieg des 28-Jährigen mit nur vier Hundertstelsekunden Rückstand ernsthaft gefährden. Bereits der drittplatzierte Stefan Rogentin hatte fast eine Sekunde Rückstand auf Odermatt.
„Das ist eine andere Zeitrechnung“
„Marco Odermatt, du bist genial. Das ist eine andere Zeitrechnung und eine andere Liga“, schwärmt Experte Felix Neureuther die Fahrt des Schweizers in der TV-Übertragung der ARD: „Das Imperium schlägt zurück.
Bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina hatte das noch ganz anders ausgesehen: Odermatt verpasste die Goldmedaille - selbst im Riesenslalom, wo er die vergangenen Jahre kaum ein Rennen verlor.
Am Ende reichte es immerhin für zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Eine beachtliche Ausbeute, die aufgrund der Dominanz der letzten Jahre aber trotzdem Fragezeichen hinterließ.
Doch nur eine Woche nach dem Ende der Spiele von Mailand und Cortina ist der Knoten bei Odermatt schon wieder geplatzt.
„Habe mich wirklich wieder aufs Skifahren gefreut“
Der viermalige Gesamtweltcupsieger deutet an, dass dies auch mit seinem Gefühlsleben zu tun hat.
„Ich habe mich gut gefühlt und wirklich wieder aufs Skifahren gefreut, was in den letzten Wochen etwas schwieriger war“, gestand Odermatt auf SPORT1-Nachfrage in Garmisch.
Angefangen hatte die Odermatt-Misere bereits Ende Januar in Kitzbühel. Auf der Streif peilte Odermatt endlich den Sieg im legendären Abfahrtsrennen an.
Es ist der letzte große Prestigesieg, der Odermatt trotz seines jungen Alters noch fehlt. Gerade einmal sieben Hundertstelsekunden hatten Odermatt in Kitzbühel von seinem großen Traum getrennt.
Tränen beim sonst so strahlenden Schweizer untermauerten die Tragweite der Niederlage, die Odermatt bis nach Bormio zu verfolgen schien.
Beim anschließenden Riesenslalom in Schladming und der Olympia-Generalprobe in Crans Montana verpasste der 28-Jährige gar das Podest.
Nach Kitzbühel-Schock: „Batterien waren leer“
„Irgendwo waren einfach die Batterien ein bisschen leer nach dem anstrengenden Januar. Da ist mir einfach ein bisschen die Freude am Skifahren weggegangen“, erklärte Odermatt nach seinem vierten Abfahrtssieg der Saison auf SPORT1-Nachfrage.
Umso mehr freut sich Odermatt nun auf die letzten ausstehenden Weltcuprennen der Saison in Kranjska Gora, Courchevel und Lillehammer.
„Ich mag diese Frühlings-Aprés-Ski-Stimmung irgendwie auch. So macht das Spaß“, verriet Odermatt, während er in Garmisch wieder das tat, was er am besten kann: Über sein gesamtes Gesicht strahlen.