Deutschlands Ski-Shootingstar Emma Aicher hat die Kristallkugel in der Abfahrts-Wertung verpasst. Beim Finale der alpinen Skirennläufer belegte die 22-Jährige in der letzten Abfahrt der Saison den fünften Rang und verpasste damit den Sieg in der Gesamtwertung der alpinen Königsdisziplin deutlich um 83 Punkte.
"Es ist ziemlich bitter - die Emma hat die Kugel verloren"
Aicher verpasst kleine Kristallkugel
Laura Pirovano aus Italien fuhr zum dritten Abfahrtssieg nacheinander und sicherte sich die kleine Kugel damit souverän vor Aicher.
Aicher blieb am Ende nichts anderes übrig, als der siegreichen Rivalin fair zu gratulieren. „Sie hat die letzten drei Abfahrten gewonnen. Da ist es sowas von verdient, dass sie die Kugel gewinnt“, erklärte die Deutsche im ZDF.
Niedergeschlagen war Aicher, die mit 28 Punkten Rückstand in die letzte Abfahrt gegangen war, überhaupt nicht. Vielmehr freute sie sich über ihre starke Entwicklung. „Ich bin sehr zufrieden. Ich habe schon vorher gesagt, alles was passiert, ist ein Bonus. Vor einem Jahr war ich noch nirgends im Vergleich“, gab sie zu bedenken.
Weidle-Winkelmann rast bei Priovano-Sieg aufs Podium
Die 28 Jahre alte Pirovano, die bis vor zwei Wochen noch nicht mal auf dem Podest bei einem Weltcup-Rennen gestanden hatte, gewann mit 0,15 Sekunden Vorsprung vor Weltmeisterin und Olympiasiegerin Breezy Johnson (USA).
Dritte wurde Kira Weidle-Winkelmann (+0,25 Sekunden), die am Ende ihrer besten Saison zum dritten Mal aufs Treppchen fuhr – im Abfahrtsweltcup aber hinter Johnson auf Rang vier zurückfiel.
Unter anderem deswegen ärgerte sich die DSV-Rennfahrerin auch eher über ihren letzten Auftritt in dieser Saison. „Ich habe unten schon gemerkt, dass der Speed ganz gut war. Oben verliere ich aber einfach sau viel Zeit“, beschrieb Weidle-Winkelmann, die sich einen besseren Ausgang erhofft hätte, im ZDF.
„Es ist ziemlich bitter. Die Emma hat die Kugel verloren und ich bin auch noch auf den vierten Platz (in der Abfahrtswertung) zurück gerutscht. Es hätte noch schöner sein können mit einem Doppel-Podium, aber es ist leider nicht so“, haderte sie.
„Wir können dennoch stolz sein, was wir diese Saison geleistet haben“, fügte sie dennoch an. Auch von Aicher bekam Weidle-Winkelmann positive Worte mit auf dem Weg. „Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich bin. Ich freue mich, dass sie heute auf dem Podium steht“, so Aicher, die mit der Speed-Spezialistin Olympia-Silber in der Team-Kombination sichern konnte.
Aicher mit Außenseiter-Chancen auf die große Kugel
Noch besteht aber die Möglichkeit, dass Aicher noch den Coup ganz oben auf dem Treppchen landet. Im Kampf um den Gesamtweltcup hat sie den Rückstand auf Mikaela Shiffrin (USA) von 140 auf 95 Punkte verkürzt.
Die Chancen auf die große Kristallkugel aber sind bei jetzt noch drei ausstehenden Rennen aber eher gesunken. Aicher müsste schon den Super-G am Sonntag gewinnen, um zunächst an Shiffrin vorbeizuziehen. Allerdings hat auch die US-Amerikanerin, im Riesenslalom und Slalom grundsätzlich besser als die Deutsche, ebenfalls einen Start im Super-G im Auge.