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Dieses Hundertstel könnte für Emma Aicher teuer werden

Dieses Hundertstel könnte teuer werden

Emma Aicher macht im Super-G zwar wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup gut, verpasst aber einen echten Angriff. Ihr fehlt ein Hundertstel zum Podium. Ausgerechnet eine Landsfrau landet knapp vor ihr.
In einem packenden Saisonfinale verliert Emma Aicher die kleine Kristallkugel in der Abfahrtswertung an ihre Konkurrentin Laura Pirovano.
Emma Aicher macht im Super-G zwar wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup gut, verpasst aber einen echten Angriff. Ihr fehlt ein Hundertstel zum Podium. Ausgerechnet eine Landsfrau landet knapp vor ihr.

Rückstand verkürzt, aber einen echten Angriff verpasst! Skirennläuferin Emma Aicher verpasste das Podium beim drittletzten Rennen der Saison beim Super-G im norwegischen Kvitfjell hauchdünn. Mit nur einem Hundertstel Rückstand auf ihre Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann wurde sie Vierte.

„Ich gönne Kira alles, aber das sind Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup. In Val di Fassa war sie Zweite, auch mit einem Rückstand von einem Hundertstel“, litt ZDF-Kommentator Julius Hilfenhausen mit Aicher: „Am Ende könnte ein Lidschlag den Kampf um den Gesamtweltcup entscheiden. Boar, die Hundertstel und Emma Aicher, langsam dürfte sie das Glück auch mal auf ihrer Seite haben.“

Durch Platz vier und die 50 erzielten Punkte konnte sie den Rückstand auf die Gesamtweltcup-Führende Mikaela Shiffrin immerhin auf 45 Punkte verkürzen. Mit Platz drei hätte sie jedoch zehn Punkte mehr gesammelt.

Addiert man die 20 Punkte, die sie durch Platz zwei in der Abfahrt von Val di Fassa (ein Hundertstel hinter Laura Pirovano) knapp verpasste, hätte Aicher auch mit einem Rückstand von nur 15 Punkten in die abschließenden Rennen gehen können.

Aicher nur Vierte? „Das tut weh aus deutscher Sicht“

Der Sieg ging an Sofia Goggia aus Italien vor Corinne Suter. Speziell mit dem zweiten Platz der Schweizerin war eigentlich nicht wirklich zu rechnen. Das starke Rennen von Suter kostete Aicher weitere zehn Punkte.

„Ah, das tut weh aus deutscher Sicht“, ärgerte sich ZDF-Experte Marco Büchel: „Das hätte jetzt nicht sein müssen.“

Shiffrin erhielt als 21. übrigens keine Punkte. Die Gesamtweltcup-Führende ging überhaupt erst zum dritten Mal in dieser Saison in einem Super-G an den Start. „Dass sie überhaupt am Start steht, ist eine Auszeichnung an Emma Aicher, weil sie den Kampf um den Gesamtweltcup sehr ernst nimmt. Emma ist ihr nahe gerückt“, sagte Büchel anerkennend.

Nach schweren Stürzen in der Vergangenheit meidet Shiffrin häufig den Start in Speed-Disziplinen, weil sie sich auf den schnellen Strecken weniger wohlfühlt.

Kann Aicher in den letzten zwei Rennen angreifen?

Im norwegischen Hafjell stehen am Dienstag und Mittwoch noch der letzte Riesenslalom und der letzte Slalom der Saison auf dem Programm – in beiden Disziplinen ist Shiffrin deutlich stärker einzuschätzen als ihre deutsche Verfolgerin. Die 30 Jahre alte Amerikanerin könnte sich die große Kristallkugel schon am Dienstag sichern.

Für Weidle-Winkelmann (+0,60 Sekunden) war es die erste Podestplatzierung in einem Super-G und ihre vierte insgesamt im besten Winter ihrer Karriere. Aichers Saison ist bereits ein großer Erfolg. In der Super-G-Gesamtwertung belegte sie am Ende Platz drei hinter Goggia und Alice Robinson aus Neuseeland. Die Abfahrtssaison hatte sie am Vortag als Zweite hinter Laura Pirovano aus Italien beendet.

mit Sport-Informations-Dienst (SID)