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Shiffrin verblüfft: "Dachte, dass Emma die Führung übernimmt"

Shiffrin überrascht wegen Aicher

Der Ski-Gesamtweltcup entscheidet sich in den letzten beiden Rennen. Noch kann Emma Aicher die führende Mikaela Shiffrin abfangen. Die Ski-Dominatorin spricht offen über das Duell mit der Deutschen.
Mikaela Shiffrin krönt sich in Cortina erneut zur Olympia-Siegerin im Slalom. Im exklusiven SPORT1-Interview berichtet die Adidas-Athletin von der Party-Nacht nach ihrer Goldmedaille.
Der Ski-Gesamtweltcup entscheidet sich in den letzten beiden Rennen. Noch kann Emma Aicher die führende Mikaela Shiffrin abfangen. Die Ski-Dominatorin spricht offen über das Duell mit der Deutschen.

Der Kampf um die große Kristallkugel spitzt sich endgültig zu. Nach ihrem vierten Platz beim Super-G im norwegischen Kvitfjell liegt Emma Aicher nur noch 45 Punkte hinter der führenden Mikaela Shiffrin.

Schaut man aber alleine auf die bisherigen Rennen beim Weltcup-Finale in Norwegen, dann hätte der Abstand sogar noch deutlich geringer ausfallen können, speziell weil die US-Amerikanerin in der Abfahrt nicht antrat und auch im Super-G nicht punktete. Doch Aicher verpasste es, mit den Plätzen fünf und vier noch mehr Boden gutzumachen.

Darum trat Shiffrin im Super-G an

Das sieht auch Shiffrin so, die im ZDF mit ihren Aussagen verblüffte: „Ich dachte, dass Emma nach diesem Wochenende die Führung im Gesamtweltcup übernimmt. Deshalb bin ich vor den abschließenden zwei Rennen sogar in einer besseren Ausgangslage als ich dachte, aber ich muss und will trotzdem große Energie in die beiden letzten Rennen bringen.“

Auch weil Aicher in den Speed-Disziplinen so stark ist, trat Shiffrin mal wieder im Super-G an. „Ich würde nicht sagen, dass das keine Rolle gespielt hat“, gab die US-Amerikanerin zu, ruderte dann aber leicht zurück: „Aber dieser Super-G stand eigentlich schon vom Start der Saison in meinem Kalender, dass ich hoffentlich im Slalom und Riesenslalom so viel Selbstvertrauen tanke, dass ich mir auch diesen Super-G wieder vorstellen kann.“

Shiffrin über Gerüchte: „Ich höre auf keinen Fall auf“

Die Gesamtweltcup-Führende ging überhaupt erst zum dritten Mal in dieser Saison in einem Super-G an den Start. Nach schweren Stürzen in der Vergangenheit meidet Shiffrin häufig den Start in Speed-Disziplinen, weil sie sich auf den schnellen Strecken weniger wohlfühlt.

„Dass sie überhaupt am Start steht, ist eine Auszeichnung an Emma Aicher, weil sie den Kampf um den Gesamtweltcup sehr ernst nimmt. Emma ist ihr näher gerückt“, hatte ZDF-Experte Marco Büchel schon während des Rennens vermutet.

Am Ende wurde es für Shiffrin der 22. Platz. Sie blieb also ohne Punkte. „Letztendlich hat es für den Gesamtweltcup aber eh nichts genutzt, weil hier eben nur die Top-15 Punkte bekommen. Mir war von Anfang an klar, dass es für mich schwer wird, in die Top-15 zu kommen“, erklärte Shiffrin.

„Ich hatte in den letzten drei Jahren sehr wenig Training im Super-G. Das ist also das beste Training, dass ich bekommen kann“, sagte die US-Amerikanerin zu ihrem Rennen: „Oben und unten bin ich gut gefahren, aber ich habe aktuell einfach nicht das Gefühl für die Disziplin, speziell für Bereiche, wo ich nicht so gut fahre.“

In der kommenden Saison wolle sie dieses Gefühl wiederfinden. Deshalb räumte sie auch die Gerüchte über ein mögliches Karriereende deutlich aus. „Das sind nur Gerüchte. Ich höre auf keinen Fall auf“, sagte Shiffrin mit einem müden Lächeln.