Der Deutsche Skiverband hat ein gravierendes Nachwuchsproblem. Dieser Fakt ist zwar längst hinlänglich bekannt, doch was muss getan werden, damit sich das ändert? Dazu haben sich nun DSV-Trainer Christian Schwaiger und das Ex-Ski-Ass Felix Neureuther geäußert.
Ski Alpin: Neureuther schlägt Alarm - "In unserem Schulsystem nicht leicht"
Neureuther schlägt Alarm
Dass beim abgesagten Super-G in Courchevel mit Simon Jocher nur noch ein deutscher Speedfahrer am Start gestanden hätte, sorgte für die eine oder andere kritische Nachfrage. DSV-Trainer Schwaiger wurde am ARD-Mikrofon daraufhin deutlich.
„Wir fangen, wenn die Athleten in den Weltcup und Europacup kommen, bei fundamentalen Dingen an. Es ist nicht meine Aufgabe im Weltcup, dass ich einem Athleten springen und Wellen fahren lerne“, schimpfte der deutsche Cheftrainer der Männer.
DSV-Problem: Neureuther mit Fußball-Vergleich
Felix Neureuther umschrieb das alarmierende Grundsatzproblem am Rande des Weltcup-Wochenendes im französischen Courchevel: „Da hat der Christian vollkommen recht: Du kannst nicht, wenn du einen Fußballverein trainierst, den Kindern lernen, wie man die Schnürsenkel bindet.“
Auch bei der Ursache des Problems sind sich die ehemaligen Skirennläufer einig. „Wir haben einen Fehler im System und das Problem liegt in unserer Ausbildung“, erklärte Schwaiger. Neureuther fordert daher: „Da musst du sehr investieren. Wir brauchen die Logistik und Infrastruktur.“
Der 13-malige Weltcupsieger führte aus: „Wir haben alleine aus logistischen Gründen nicht die Breite an Athleten und auch nicht die Skigebiete wie Frankreich, Italien, Schweiz, Norwegen oder Österreich. Aber die paar wenigen (Athleten), die wir haben, die muss man richtig und gezielt fördern.“
„In unserem Schulsystem nicht leicht“
Einer Zentralisierung auf den Standort Berchtesgaden in diesem Zusammenhang steht der Experte kritisch gegenüber: „Ich glaube, dass wir in unsere drei Standorte Allgäu, Berchtesgaden und Garmisch-Patenkirchen richtig investieren müssen, mit guten und genügend Trainern, dass Schule und Sport gleichzeitig möglich gemacht wird.“
Dabei spielen für Neureuther auch politische Aspekte eine zentrale Rolle: „Ich muss auch sagen, dass es auch in unserem Schulsystem nicht leicht ist, Leistungssportler hervorzubringen. Deshalb ist es auch für den Verband nicht leicht.“
Dennoch bleibt es ein gravierendes, schnell zu lösendes Problem: „Irgendwie muss man eine Lösung finden und die technisch so gut ausbilden, dass ein Christian Schwaiger und die ganzen Trainer im Weltcup-Bereich richtig arbeiten können.“