Marco Odermatt steht nicht nur schon lange als Weltcup-Gesamtsieger der Alpin-Saison 2025/26 fest, sondern hat sich auch die kleinen Kugeln in der Abfahrt und im Super G gekrallt.
Ski-Dominator wütet: "Schlechtestes Rennen der letzten fünf Jahre"
Odermatt stinksauer auf sich selbst
Eines seiner Erfolgsgeheimnisse ist das Streben nach Perfektion, weshalb er sich nicht im Ruhm sonnt, sondern am liebsten jedes Rennen gewinnen möchte.
Umso mehr wurmt es den Dominator, dass das Saisonfinale so gar nicht nach Plan läuft. Nach Platz sieben in der Abfahrt reichte es im Super G nur zu Rang 19. „Mich nervt’s, dass ich so unglaublich schlecht gefahren bin. Das war das schlechteste Rennen der letzten fünf, sechs Jahre. Das ist kein cooler Abschluss“, ging der Ski-Star im SRF-Interview hart mit sich selbst ins Gericht.
Odermatt hadert dem Speed-Finale: „Gemischte Gefühle“
Tatsächlich war Odermatt zuvor abgesehen von einem Ausfall im Riesenslalom bei all seinen Weltcup-Starts in dieser Saison in den Top 6 gelandet. Über seine gewaltige Konstanz, die ihm auch schon vorzeitig den Gewinn der Kristallkugel im Super G einbrachte, konnte er sich nach dem enttäuschenden Rennen von Kvitfjell nur halbherzig freuen.
„Ich habe gemischte Gefühle. Die Kugel-Runde hat sich nicht so gut angefühlt“, haderte er. „Es wäre schön, man könnte es mit einem Podestplatz abschließen, damit mehr Emotionen mit der Kugel verbunden sind“, schilderte er seine Gefühlslage.
Odermatt gnadenlos gegen sich selbst: „Meilenweit weg“
Zwar sei der siebte Platz in der Abfahrt noch „solide“ gewesen, der Super G jedoch eine pure Enttäuschung. „Im Super G war ich meilenweit weg, bin keine Kurve richtig gefahren. Das war schon sehr schwach“, zeigte er sich missgelaunt. Odermatt fehlten gewaltige 1,97 Sekunden auf den Tagessieger Dominik Paris.
Eine gewisse Vorahnung hatte der 28-Jährige allerdings schon vor dem Rennen. „Schon am Morgen hab ich gemerkt, die Spannung und die Lust waren nicht so richtig da. Das hatte ich so noch nie. Aber ich habe gedacht, wenn ich am Start bin, kommt das zurück. Aber den Schlüssel habe ich nicht gefunden“, musste er feststellen.
Die Kugel habe er auch geholt, weil „andere Fahrer Fehler gemacht“ haben. „Ich habe mich nicht als konstant bester Super-G-Fahrer gefühlt“, zeigte er sich selbstkritisch. Mit 425 Punkten hatte Odermatt letztlich aber 78 Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, Vincent Kriechmayr.
Odermatt kämpft um dritte kleine Kristallkugel
Knapper geht es in Odermatts eigentlichen Paradedisziplin, dem Riesenslalom, zu. Vor dem abschließenden Rennen am Dienstag (ab 9:30 Uhr im LIVETICKER) führt der Schweizer mit 495 Punkten, jedoch haben Lucas Pinheiro Braathen (447) und Loic Meillard (406 Punkte) auch noch Chancen auf die Disziplin-Krone.
Klar ist, dass sich Odermatt nicht mit einem zweiten Platz in der Endabrechnung zufriedengeben würde. Auch bei den Olympischen Winterspielen blieb dem Star der Szene anders als 2022 trotz dreier Medaillen der Gold-Coup verwehrt.
Selbst solche kleineren Makel in der ansonsten grandiosen Bilanz spielen für einen Champion wie Odermatt eben schon eine Rolle.