Trauer um den besten Ski-Alpin-Rennläufer der ehemaligen DDR: Eberhard „Ebs“ Riedel ist am Ostersonntag im Alter von 88 Jahren verstorben. Dies teilte dessen Sohn Peter in einem Nachruf auf seiner Homepage mit. Riedel sei „nach kurzer schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen“.
DDR-Legende tot: Er schaffte eine historisch einzigartige Sensation
Trauer um Ski-Legende der DDR
„Viele kannten meinen Vater als erfolgreichen Skirennläufer der ehemaligen DDR, als Athleten, der sein Land auf internationalen Pisten vertreten hat. Für mich war er der Mensch, der mir gezeigt hat, wie man mit Haltung, Disziplin und Leidenschaft durchs Leben geht“, schrieb sein Sohn Peter: „Er arbeitete, trainierte und kämpfte – still, konsequent und mit einem tiefen Respekt vor seinem Sport und seinen Mitstreitern.“
Die Beerdigung werde „im kleinen Rahmen der Familie stattfinden“. Außerdem habe sich sein Vater „ausdrücklich“ gewünscht, dass von Blumenspenden und Kondolenzen abgesehen werde und stattdessen der ASC Oberwiesenthal e.V unterstützt werde. Im Wintersportort am Fuße des Fichtelbergs lebte Riedel bis zuletzt.
Ski Alpin: Eberhard Riedel war der Beste der DDR
Der in Lauter im Erzgebirge geborene Riedel hatte seinen größten Erfolg mit dem Sieg im später traditionsreichen Riesenslalom von Adelboden 1961 gefeiert: Der damals 22-Jährige gewann am Chuenesbärgli damals sensationell vor dem Schweizer Willi Forrer und Italo Pedroncelli aus Italien – ein Triumph, der aus DDR-Sicht historisch einzigartig bleiben sollte.
Über 50 Jahre lang war das „Wunder vom Fichtelberg“ der letzte deutsche Sieger des alpinen Highlights, ehe 2014 Felix Neureuther in Alpin triumphierte. Riedels Name und sein Fußabdruck sind verewigt auf dem „Place of Fame“ des Schweizer Ski-Mekkas.
Riedel nahm an den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley, 1964 in Innsbruck und 1968 in Grenoble teil. Erst im vergangenen umschrieb ihn der Tagesspiegel in einem Porträt als „Marco Odermatt der DDR“.
Riedel trainierte zeitweise Skisprung-Legende Jens Weißflog
Riedel war zu DDR-Zeiten auch politisch aktiv, saß in den Sechzigern in der Volkskammer. Der damalige Staatschef Walter Ulbricht engagierte seinen Genossen auch für privaten Skiunterrichte.
Riedel hatte 1969 seine aktive Karriere beendet, weil in der DDR die Förderung für den alpinen Skisport eingestellt wurde. Mangelnder Erfolg anderer DDR-Athleten und der nicht zum Idealbild des Sozialismus passende kommerziell-professionelle Charakter der Sportart wurden als Gründe genannt.
Nach Abschluss seines Studiums der Sportwissenschaften arbeitete er als Trainer in den Bereichen Fußball, Alpin und Skispringen, betreute dabei zeitweise unter anderem Jens Weißflog.
Auch Sohn Peter ist auf seine Weise eine Größe in der deutschen Wintersport-Szene: Der Unternehmer produziert Anlaufspurensysteme für Skisprungschanzen.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)